Ein Markt entsteht
Wer an diesem frühen Dezembermorgen die Sülldorfer Landstraße entlanggeht, hört es schon von Weitem: das Surren der Bohrer, dumpfe Hammerschläge, Stimmen, die sich trotz Baulärm verständigen müssen. An der Sülldorfer Landstraße/Ecke Schenefelder Landstraße entsteht ein neues Stück Nachbarschaft – der EDEKA-Markt von Christian Trede. Noch wirkt alles wie ein Rohbau, doch wer mit dem Inhaber über die Baustelle läuft, spürt sofort: Hier steckt bereits jetzt erstaunlich viel Herzblut drin.
Der Eingang ist provisorisch, die Fliesen liegen zwar, aber Kabel ragen aus Wänden und Decken, ein Treppengeländer aus Holzbohlen dient als Übergangslösung, überall liegen Baumaterialien herum. Und doch – in Tredes Blick liegt Vorfreude. „In ein paar Wochen wird man das nicht wiedererkennen“, sagt der 37-Jährige und lächelt, während er durch den zukünftigen Markt führt. Vor dem Markt verlegt ein Bautrupp Glasfaser und neue Stromleitungen im Gehweg, später wird der Boden vor dem Markt komplett erneuert. Drinnen sind die Deckenleuchten bereits installiert, Handwerker arbeiten am Kühlverbund und der Klimaanlage, im Treppenhaus fehlt stellenweise noch der Estrich. „Das wird alles passen. Wir sind auf einem guten Weg“, beruhigt Trede.
Vom Schülerjob zum eigenen Markt
Dass Trede heute als Inhaber seines ersten eigenen Marktes hier steht, begann unspektakulär: mit einem Schülerjob als Abiturient in der Getränkeabteilung. Schnell faszinierte ihn die Vielfalt des Handels – von Obst und Gemüse bis zur Logistik. Es folgte die Ausbildung und danach Stationen in Märkten verschiedener Größe in und um Hamburg, darunter Hirsche in Altona, Höfling in Ahrensburg und Struve in Rissen. Zwischendurch arbeitete er in der EDEKA-Zentrale. Viele Eindrücke und Ideen begleiteten ihn – und der Wunsch, einen eigenen Markt zu gestalten. Als sich die Chance in Iserbrook bot, musste er nicht lange überlegen.

Noch hängen viele Kabel aus Wänden und Decke – aber schon Anfang Januar soll der Bedientresen vor dem Lagerraum hinten an der Wand stehen. Foto: Markus KrohnEin Markt, der zum Stadtteil passt
Trede möchte einen Markt schaffen, der sich öffnet – zu den Menschen, zu den Bedürfnissen des Viertels. Kein überladener Konsumtempel, sondern ein moderner, freundlicher Ort, der sich bewusst großzügig gestaltet. „Uns geht es nicht darum, maximale Fläche vollzustellen. Wir wollen Wohlfühlqualität schaffen.“ Rund 1.000 Quadratmeter stehen zur Verfügung – ein Markt für den schnellen, aber bewussten Einkauf. 13.000 bis 14.000 Artikel, alles übersichtlich und hell, mit viel Holz und grünen Elementen.
Deutlich über die Hälfte der Fläche entfallen auf Frische: Obst und Gemüse sowie eine attraktive Salatbar begrüßen die Kundinnen und Kunden im Eingangsbereich. Ein 11-Meter-Bedientresen für Fleisch, Wurst und Käse soll zentraler Treffpunkt werden – ein Ort, an dem Beratung zählt. Vegetarische und vegane Produkte nehmen bewusst mehr Raum ein, ebenso ein breites Bio-Sortiment. „Wir wollen Angebote machen, die zu den Lebensgewohnheiten hier passen“, sagt Trede. Dazu gehören alkoholfreie oder alkoholarme Weine und Biere, gekühlte Getränkekisten für spontane Feiern und moderne Kühlregale für das Molkereisortiment mit hohem Bio-Anteil.
Eine Besonderheit wird der „Weinkeller“: ein abgetrennter Bereich mit ausgewählten Spezialitäten – von klassischen Sorten bis hin zu alkoholreduzierten oder alkoholfreien Alternativen. Direkt am Eingang wird zudem ein kleines Gastronomieangebot für schnelle Snacks und Kaffee entstehen.
Service, auf den man sich freuen kann
Modern wird es auch an der Kasse: Eine Self-Checkout-Station kann flexibel zu einer Bedienkasse umfunktioniert werden. Der Kassentisch ist neuester Standard – ergonomisch, schick und effizient. Für angenehmes Einkaufen sorgt die hauseigene Tiefgarage mit 40 Stellplätzen, zwei Stunden parken Kunden kostenlos. Kameras erleichtern Parken ohne Parkscheibe. „Wir wollen, dass der Einkauf stressfrei ist – für alle Generationen“, betont Trede. Ein Kunden-WC am Eingang gehört ebenso dazu wie zwei Leergutautomaten, um Warteschlangen vorzubeugen.
Sein Team wartet auf den Startschuss
Während der Rundgang durch die Baustelle fortschreitet, erzählt Trede von seinem Team. „Wir sind vollständig. Und das ist nicht selbstverständlich.“ Der Neubau habe viele Interessierte angezogen. Wenn sich dennoch geeignete Bewerber melden, will er sie treffen. „Gute Menschen passen immer rein.“ Sein Team stehe jedenfalls bereit und brenne darauf, den Markt Ende Januar 2026 gemeinsam zu eröffnen.
Der Countdown läuft
Je länger man sich im Rohbau umschaut, desto klarer wird: Dies ist keine x-beliebige Filiale, sondern ein Herzensprojekt. Ein Markt, der aus Erfahrung gewachsen ist und den Alltag im Stadtteil bereichern soll.
Noch ist es eine Baustelle. Noch liegt Staub auf den Fliesen und noch gibt es keinen einladenden Eingang. Doch schon bald, Ende Januar 2026, soll hier Iserbrooks neuer Treffpunkt entstehen – ein Ort der Frische, der Begegnung und der guten Nachbarschaft. Und wenn Christian Trede über diese Zukunft spricht, klingt es, als wäre das alles längst lebendig. Nur die Handwerker müssen noch ein wenig aufholen...


