EXKLuSIV Iserbrook (16. Januar 2025, Markus Krohn) · Die Diskussion um eine zusätzliche Bedarfsampel an der B 431 schwelt seit Jahren. Anwohnerinnen und Anwohner, Elterninitiativen und Fachgutachten sehen in einer neuen Querungshilfe einen wichtigen Beitrag zur Verkehrssicherheit. Die Polizei hingegen hält eine weitere Lichtsignalanlage für nicht erforderlich. Ihre Begründung stützt sich auf Verkehrszählungen, Unfallstatistiken und eigene Beobachtungen vor Ort.
Die Sülldorfer Landstraße ist eine vierspurige Bundesstraße mit hoher Verkehrsbelastung. Täglich passieren nach Zählungen bis zu 37.000 Fahrzeuge den Abschnitt. Zwischen den beiden bestehenden Ampelkreuzungen an der Schenefelder Landstraße und an der Hasenhöhe/Lütt Iserbrook liegt ein rund 440 Meter langer Bereich ohne gesicherte Querungsmöglichkeit. Genau hier, auf Höhe von Bredkamp und Simrockstraße, fordern Anwohner seit Langem eine zusätzliche Bedarfsampel – insbesondere wegen nahegelegener Kitas, der Grundschule und Einkaufsmöglichkeiten.
Unabhängig von der polizeilichen Bewertung verweist die Initiative für eine Bedarfsampel auf die breite öffentliche Diskussion in Iserbrook. In mehreren Beteiligungsformaten der Stadt – darunter eine digitale Bürgerbeteiligung zur „Magistrale Iserbrook“ im November 2023, eine öffentliche Planungswerkstatt im Januar 2024 sowie Online-Kommentierungen zum städtebaulich-freiraumplanerischen Rahmenplan – wurde der Wunsch nach einer zusätzlichen gesicherten Querung immer wieder deutlich artikuliert. Zahlreiche Bürger schilderten dabei konkrete Alltagssituationen, in denen insbesondere Kinder, ältere Menschen und mobilitätseingeschränkte Personen die Bundesstraße aus Mangel an Alternativen auf eigene Gefahr überqueren. Aus ihrer Sicht steht die fehlende Ampel exemplarisch für eine Trennung des Stadtteils, die trotz bekannter Problemlage bislang nicht aufgelöst worden sei.
Die zentrale Straßenverkehrsbehörde Verkehrsdirektion (VD) 5 hat diese Forderung geprüft und dabei auch das zuständige Polizeikommissariat 26 einbezogen. In ihrer Stellungnahme vom 4. Dezember 2025 kommt die Polizei zu einem klaren Ergebnis: Aus ihrer Sicht liegt keine Gefahrenlage vor, die den Bau einer weiteren Ampel rechtfertigt.
Konkret verweist die Polizei auf eigene Verkehrsbeobachtungen. Bei Begehungen am Vormittag und Nachmittag sei lediglich eine Person beobachtet worden, die die Fahrbahn an der fraglichen Stelle überquerte – und dies nach Einschätzung der Beamten gefahrlos. Der überwiegende Teil der Fußgänger nutze die vorhandenen Lichtsignalanlagen an den benachbarten Kreuzungen.
Auch die Geschwindigkeitsmessungen liefern aus polizeilicher Sicht keinen Handlungsbedarf. Zwischen 2022 und 2025 wurden 50 Messungen durchgeführt. Bis auf zwei Ausnahmen in den Nachmittags- und Abendstunden lagen die Überschreitungsquoten laut Polizei im „normalen Bereich“. Ein systematisches Problem mit überhöhten Geschwindigkeiten sieht sie daher nicht belegt.
Ein zentrales Argument ist schließlich die Unfallstatistik. Die Auswertung der Elektronischen Unfalltypen-Steckkarte (EusKa) für den Zeitraum von Januar 2022 bis Ende 2024 sowie für das laufende Jahr 2025 zeigt eine „unauffällige Unfalllage“. In dem betroffenen Abschnitt der Sülldorfer Landstraße habe es in diesen Jahren keinen einzigen Verkehrsunfall mit Beteiligung von Fußgängerinnen oder Fußgängern gegeben.
Aus Sicht der Polizei ergibt sich daraus ein eindeutiges Fazit: Weder die Verkehrsbeobachtungen noch die Unfallzahlen begründen die Erforderlichkeit einer neuen Lichtsignalanlage. Eine konkrete Gefahrenlage, die straßenverkehrsbehördliche Maßnahmen notwendig machen würde, sei nicht erkennbar.
Gleichzeitig betont das Polizeikommissariat 26, die Situation weiter im Blick zu behalten. Die Verkehrsverhältnisse sollen weiterhin beobachtet und bei Bedarf mit präventiven oder repressiven Maßnahmen begleitet werden. Für die Polizei ist damit klar: Solange sich an der objektiven Sicherheitslage nichts ändert, bleibt es bei den bestehenden Ampeln – auch wenn der Wunsch nach einer zusätzlichen Querungshilfe im Stadtteil weiterhin groß ist.


