Große Schäden richten die Raupen in den Eichen erstmal nicht an, auch wenn sie große Teile der Blätter abfressen. Menschen sollten sich jedoch möglichst von den Gespinsten und den Raupen fernhalten.

Die ersten Anzeichen kamen auch in Iserbrook nicht aus der Botanik, sondern aus der Medizin: Spaziergänger klagten über juckende Haut, Atembeschwerden und tränende Augen – klassische Symptome einer Reaktion auf die Brennhaare des Eichenprozessionsspinners. Auch Hunde litten unter Hautreizungen und entzündeten Schleimhäuten. Die betroffenen Gebiete liegen rund um den Iserbrooker Weg, Op’n Hainholt und die Musäusstraße. Inzwischen wurden mehrere Nester  auf privaten Grundstücken entdeckt und durch ein Schädlingsbekämpfungsunternehmen unschädlich gemacht.

Dem Bezirksamt Altona ist bisher kein Eichenprozessionsspinner-Befall an den beschriebenen Standorten bekannt“ berichtet Bezirkssprecher Mike Schlink. „Das Bezirksamt nimmt die Anfrage jedoch zum Anlass, um sich die Situation vor Ort einmal anzuschauen.“ Auch bei Sichtung von Vorkommen auf privatem Grund sollte das Bezirksamt informiert werden, da derzeit ein Eichenprozessionsspinner-Kataster aufgebaut wird, um die weitere Entwicklung zu erfassen.

Gefährlich sind nicht die Tiere selbst, sondern ihre feinen Brennhaare, die sie ab dem dritten Larvenstadium bilden. Diese Härchen enthalten das Eiweiß Thaumetopoein, das beim Menschen und bei Tieren zu heftigen allergischen Reaktionen führen kann: Hautausschläge, Bindehautentzündungen, Atemprobleme bis hin zu asthmatischen Anfällen. Die Haare können über mehrere Jahre in den Gespinsten aktiv bleiben – auch wenn die Raupen längst verschwunden sind.

 

Was tun bei Sichtungen?

29 Eichenprozessionsspinner JPW03Raupenprozession auf einer Eiche. Foto: Jörg-Peter Wagner/Wikipedia.deWer Nester oder Raupen entdeckt, sollte diese keinesfalls selbst entfernen. Stattdessen ist eine Meldung an das zuständige Bezirksamt – in diesem Fall Altona – notwendig. Das Amt veranlasst in Zusammenarbeit mit Fachfirmen die professionelle Entfernung der Nester auf städtischen Flächen. Auch Spielplätze und stark frequentierte Wege werden bei bestätigten Funden abgesperrt, um die Bevölkerung zu schützen.

Eine Meldung kann online oder telefonisch erfolgen. Wichtig ist, den genauen Standort zu benennen – möglichst mit Foto und Beschreibung. In Grünanlagen oder auf öffentlichen Flächen ist das Bezirksamt zuständig, auf Privatgrundstücken muss der Eigentümer selbst aktiv werden, sollte aber ebenfalls professionelle Schädlingsbekämpfer beauftragen.

Erste Berichte über Befall von Eichenprozessionsspinnern kennen viele aus Süddeutschland. Durch den Klimawandel breiten sich die Tiere zunehmend auch in nördlichen Gegenden aus. Vorbeugen kann man dem Befall kaum. Wer Eichen in seinem Garten hat, sollte zwischen Mai und Juli die Augen offen halten und bei einem Befall möglichst umgehend handeln, denn wenn sich die Tiere erst verpuppt haben und zu Faltern geworden sind, legen sie ihre Eier in der gesamten Krone der Eiche ab. Dies gilt es zu verhindern. Spaziergänger sollten befallene Gebiete meiden und sich bei Symptomen ärztlich beraten lassen. Hundehalter sollten ihre Tiere an der Leine führen und den Kontakt mit dem Unterholz vermeiden.

Mit dem Auftreten des Eichenprozessionsspinners in Iserbrook und auf dem Friedhof Altona hat Hamburg ein weiteres Problem im städtischen Umgang mit klimabedingten Schädlingsverlagerungen. Bürgerinnen und Bürger sind aufgerufen, aufmerksam zu sein – aber auch besonnen zu handeln. Der Umgang mit dem unscheinbaren Schädling ist vor allem eines: eine Sache für Profis.

 

Meldestelle Bezirksamt Altona

Online: hamburg.de/bezirk-altona

Telefon: 040 / 428 11 - 0