Nach der Verlegung des Damwilds aus dem Hirschpark steht die zukünftige Nutzung des Areals im Mittelpunkt einer politischen Debatte. Heute Abend befasst sich die Bezirksversammlung Altona mit gleich zwei Anträgen: einem Vorstoß der Linkspartei und einem Alternativantrag der Bezirks-Kooperation aus SPD, Grünen und CDU.
Hintergrund ist eine grundlegende Veränderung: Die Haltung von Hirschen im Park gilt aus Sicht der zuständigen Behörden als nicht mehr genehmigungsfähig. Gründe sind sowohl tierschutzrechtliche Anforderungen als auch der Denkmalschutz. Notwendige Umbauten für eine artgerechte Tierhaltung wären demnach mit dem Status des Parks als historisches Gartendenkmal nicht vereinbar.
Die Linksfraktion fordert deshalb ein umfassendes Konzept für die künftige Entwicklung des ehemaligen Damwildgeheges. Im Zentrum stehen eine Biotopkartierung sowie ein klarer Verzicht auf weitere Tierhaltung. „Es steht nun eine relativ große Fläche zur Verfügung, die dem Denkmalschutz unterliegt“, erläutert Ricardo Bolaños González, Vorsitzender des Grünausschusses den Antrag seiner Fraktion. Ziel sei es, zunächst die vorhandenen Tierarten wie Fledermäuse oder Amphibien zu erfassen und darauf aufbauend die weitere Nutzung zu planen.
Darüber hinaus schlägt die Linksfraktion vor, das denkmalgeschützte Futterhaus künftig öffentlich und konsumfrei zu nutzen, etwa durch lokale Vereine. Auch der Rückbau von Zäunen sowie die Wiederherstellung historischer Wege und Brücken stehen zur Diskussion. Ein zentraler Punkt ist zudem die umfassende Beteiligung von Bürgervereinen und Naturschutzverbänden.
Die Bezirks-Kooperation aus SPD, Grünen und CDU setzt ebenfalls auf eine Neuausrichtung – allerdings mit einem etwas anderen Schwerpunkt: Ihr Alternativantrag betont die historische und ökologische Bedeutung des Hirschparks als Naherholungsgebiet. Der Park solle auch ohne Damwild als identitätsstiftender Ort erhalten und weiterentwickelt werden.
Konkret schlagen die Fraktionen vor, zunächst die rechtlichen Rahmenbedingungen durch die Denkmalpflege klären zu lassen und eine breite Bürgerbeteiligung – auch digital – durchzuführen. Zudem soll untersucht werden, welche schützenswerten Tier- und Pflanzenarten auf dem Gelände leben. Die zukünftige Nutzung der Fläche bleibt dabei bewusst offen: Diskutiert werden naturnahe Konzepte ebenso wie mögliche Angebote für Familien.
Einigkeit besteht über die Richtung: Der Hirschpark wird sich verändern. Wie genau dieser Wandel aussehen wird, dürfte maßgeblich von den Ergebnissen der politischen Beratungen und der Beteiligung der Öffentlichkeit abhängen. Klar ist schon jetzt: Die Zeit der Hirsche ist vorbei – die Debatte über die Zukunft hat gerade erst begonnen.




















