Rund um die am 16. Mai 1751 geweihte Kirche im historischen Dorfkern scheint die Zeit vielerorts stehen geblieben zu sein. Nostalgische Bauern- und Fachhallenhäuser, die von ihren Eigentümern liebevoll gepflegt werden, zeugen noch heute von der Ära, in der Nienstedten ein eigenständiges, ländlich geprägtes Dorf war. Genau an diesem charmanten Marktplatz treffen sich die alteingesessenen Bewohner auch heute noch gerne zum gemütlichen Einkaufsbummel oder zu einem nachbarschaftlichen Plausch auf dem Marktplatz. Doch die relativen engen Stadtteilstraßen stießen immer mehr an ihre Belastungsgrenzen.
Auslöser des täglichen Ärgers waren die zahlreichen strandhungrigen Touristen: Unweit des Ortskerns befindet sich der beliebte Elbstrand, der ideal für ausgedehnte Spaziergänge oder abendliche Grillabende am Wasser ist. Aus purer Bequemlichkeit nutzten viele Fahrer die ohnehin schon schmalen Straßen rund um Marktplatz und Kirche als kostenlosen Parkplatz. Für die Anwohner war dies keine gute Idee: Der Abstand zwischen Autos und Wohnhäusern schrumpfte teils derart extrem, dass direkt an der Hauswand geparkt wurde. Die Folge waren bereits erste teils zerstörerische Auswirkungen auf die altehrwürdigen Gemäuer.
Offizielle Eingaben der verzweifelten Bürger an das Bezirksamt brachten keine Lösung und blieben erfolglos. Die ersehnte Wende im Kampf gegen das Chaos brachte schließlich der Nienstedtener Stadtteilpolizist Michael Helms. Der Beamte nahm sich kurz vor seiner Pensionierung der Beschwerden an und setzte sich mit Erfolg für die Installation von stabilen Wegesperrbügeln am Straßenrand ein.
Die Maßnahme zeigt bereits spürbare Wirkung. Die historischen Traufwände der reetgedeckten Gebäude sind nun effektiv vor den schweren Karossen geschützt. Gleichzeitig müssen Spaziergänger endlich nicht mehr vom Fußweg auf die Straße ausweichen, weil die Fahrzeuge zu dicht an den Fassaden stehen. Wer heute zum ausgedehnten Grillabend an den Strand möchte, ist gezwungen, sein Fahrzeug etwas weiter entfernt abzustellen. Ein kleiner Preis für die Wiederherstellung der Verkehrsordnung – und letztlich auch für die Touristen ein Gewinn: Der etwas längere Fußweg durch den idyllischen Stadtteil ist ohnehin ein Erlebnis, das sich absolut lohnt.





















