Dr. Sebastian Kloth ist der neue Bezirksamtsleiter und zeigte sich erleichtert: „Zunächst möchte ich mich bei allen demokratischen Abgeordneten bedanken, die mir mit dieser Wahl ihr Vertrauen ausgesprochen haben. Ich stehe für einen pragmatischen, lösungsorientierten Stil und glaube daran, das Bezirksamt Altona gemeinsam mit den Fraktionen in eine moderne Zukunft führen zu können.“ Tim Schmuckall und Sven Hielscher (beide CDU) überreichten dem frisch gewählten Bezirksamtsleiter ein Steuerrad – mit dem Hinweis, dass es ihm gelingen möge, das Schiff „Altona“ stets in sicheren Gewässern zu halten. Auch aus der lokalen Wirtschaft kamen Glückwünsche: „Ich freue mich auf einen in der Verwaltung erfahrenen neuen Bezirksamtsleiter, der an pragmatischen und zielorientierten Lösungen für die Bürger und Bürgerinnen in Altona interessiert ist. Meine ersten Eindrücke sind positiv und vermitteln einen kompetenten, höflichen und unaufgeregten Führungsstil“, so Oliver Diezmann, Vorstand der Blankenese Interessengemeinschaft e.V.

Holstenareal: Hochbau statt Stillstand
Das Holstenareal bleibt ein zentrales Thema. Patrick Fischer (Volt) forderte „Mut zur Höhe“, um mehr Grün um die Gebäude zu schaffen. Gesche Boehlich zeigte sich dagegen „entsetzt von den Anträgen von Volt und Linken“ und sprach von einem „schweren Fehler, ohne die Öffentlichkeitsbeteiligung diesen Antrag zu stellen“. Dennis Mielke (SPD) betonte, man wolle „das Verfahren nicht gefährden und daran Schuld sein, dass unzählige neue Wohnungen gefährdet werden“. Am Ende lehnten die Fraktionen die Anträge von Linkspartei und Volt ab.
Essbare Pflanzen im Bezirk
Die AfD beantragte „die vorrangige Pflanzung essbarer Pflanzen auf öffentlichem Grund“ und begründete dies damit „die Potenziale des Klimawandels positiv zu nutzen und die Lebensqualität im Bezirk Altona für Mensch und Tier nachhaltig zu verbessern.“ Das stieß auf scharfe Kritik. Hanna Schmidt (Volt) entgegnete: „Das ist großer Mist!“ Lars Andersen (Grüne) sagte: „Wir brauchen keine Vorschläge einer Nazi-Partei, um auf die richtigen Themen zu kommen!“ und erhielt dafür einen Ordnungsruf von der Vorsitzenden.
Sternbrücke und Schanzenbrücke
Die Bezirksversammlung diskutierte auch über den Umgang mit Teilen der Stern- und Schanzenbrücke. Teile sollen möglichst nicht verschrottet, sondern als „Ort für Alle“ in der Mitte Altona wiederverwendet werden. Der SPD-Vertreter sprach sich für den Vorschlag aus, warnte aber vor dem „Problem, dass die Deutsche Bahn AG überhaupt erstmal zustimmen muss.“ Sven Hielscher äußerte zudem Bedenken wegen möglicher Asbestsanierungskosten.
Fischi-Haus im Fischers Park

Die Bezirksversammlung befasste sich auch mit dem Erhalt des Fisch-Hauses. Emili Licari (Grüne) betonte, die Ausgestaltung sollte „aufgrund der Dynamik der Sachlage“ im Grünausschuss weiter besprochen werden. Die SPD will, dass das Bezirksamt beim Aufbau eines Vereins hilft, der die Interessen der Nutzer bündelt.
Amphibientunnel Holztwiete
Der Debattenpunkt um den seit Jahren geplanten Krötentunnel an der Holztwiete wurde erneut aufgerufen. Ricardo Bolaños González (Linke) forderte, zu prüfen, „ob zwei Amphibientunnel finanziert werden könnten“. Lars Andersen (Grüne) warb für eine Minimallösung. Am Ende stimmte nur die Linksfraktion für ihren Antrag.
"Uwe" und diverse andere Themen

Ein Mahnmal soll Unfälle künftig verhindern. Foto: Markus Wallbrecher
Über viele kleinteilige Themen wurde die Bezirkssammlung von den zuständigen Behörden über den Stand der Dinge informiert. So auch über Drucksache 22‑1121B, die das Wrack "Uwe" behandelt.
Über die mögliche Errichtung eines Mahnmals am Wrack wird schon länger diskutiert. Ziel ist es, eine angemessene künstlerische Umsetzung zu finden, die inhaltlich und rechtlich umsetzbar ist.
Von der Behörde für Kultur und Medien (BKM) wird ein präzise formulierter öffentlicher Ideenwettbewerb zur Gestaltung vorgeschlagen. Der Bezirk Altona muss nun geeignete Flächen prüfen, die Verantwortlichkeiten klären und die nötigen personellen sowie finanziellen Mittel bereitstellen. Ein öffentlicher Ideenwettbewerb kann als nächster Schritt initiiert werden, um die Gestaltung des Mahnmals umzusetzen.
Direktwahl der Bezirksamtsleitung abgelehnt
Karsten Strasser (Linke) warb dafür, den Bezirksamtsleiter künftig direkt durch die Bevölkerung wählen zu lassen. Oliver Schmidt (SPD) konterte: „Sollen wir nicht in der Lage sein, einen Bezirksamtsleiter oder Bezirksamtsleiterin zu wählen? Müssen wir unsere Wähler befragen? Wir werden den Antrag daher heute ablehnen!“ AfD-Fraktionsvorsitzender Uwe Batenhorst nannte den Antrag „gefährlich für die Demokratie“. Der Vorschlag wurde – wie schon in der Hamburgischen Bürgerschaft – abgelehnt.


