Viele Jahre bot es jungen Menschen einen unkommerziellen Freiraum, um sich kreativ auszuleben – ein legaler Ort für Graffiti, Proberaum für Nachwuchsmusiker:innen und Treffpunkt für Jugendliche. Seine Außenwände sind mittlerweile von einer dicken Schicht Farbe bedeckt und zeugen von unzähligen künstlerischen Spuren. In einem Stadtteil, in dem solche Orte immer seltener werden, ist das Fischi-Haus zu einem wichtigen Symbol für Kreativität und kulturelle Vielfalt geworden.
Doch dieser Freiraum ist in Gefahr. Denn das Gebäude ist marode, das Mauerwerk feucht, das Dach gilt als einsturzgefährdet. Nach Einschätzung des Bezirksamts Altona ist der Proberaum nicht mehr zu retten – ein Abriss schien beschlossene Sache, das Fischi-Haus wurde eingezäunt. Offiziell aus Sicherheitsgründen, doch für die Jugendlichen wirkte es wie eine plötzliche Schließung ihres Ortes. Die Reaktion ließ nicht lange auf sich warten: Aus Protest gegen den Zaun beschädigten einige Jugendliche Absperrungen und brachten Banner mit Forderungen wie „Zaun weg“ und „Hände weg von unserem Viertel – Jugendkultur erhalten“ an. Für sie ist das Fischi-Haus einer der letzten bezahlbaren Proberäume und einer der letzten legalen Graffiti-Spots in Altona. Das Bezirksamt erstattet Anzeige wegen Sachbeschädigung.
Der Streit um das Fischi-Haus zeigt beispielhaft den Konflikt zwischen Jugendkultur und behördlicher Abrisspolitik. Für viele steht hier nicht nur ein Gebäude zur Debatte, sondern die Frage, wie viel Platz Hamburg künftig seiner jungen, kreativen Szene zugesteht. Ein Abriss wäre nicht nur das Ende eines Gebäudes, sondern auch das Ende eines wichtigen Stücks gelebter Jugendkultur in Altona.
SPD will Perspektive für das Fischi-Haus schaffen
Die Altonaer SPD-Fraktion will mit ihrem Antrag die Zusammenarbeit von Bezirksamt und Nutzergruppen stärken und eine Zukunft für das Fischi-Haus als kulturellen Begegnungsort sichern. „Das Fischi-Haus ist mehr als nur ein Gebäude – es ist ein starker Ausdruck der Vielfalt in Altona. Hier kommen Kunst, Musik und Nachbarschaft zusammen. Uns ist wichtig, dass die engagierten Initiativen nicht allein gelassen werden und wir die guten Ansätze des Bezirksamts unterstützen,“ so Songül Eroglu, stellv. Fraktionsvorsitzende der SPD-Fraktion Altona.
Auch Dr. Julian Glau, Mitglied der SPD-Fraktion Altona, betont die Bedeutung des gemeinsamen Vorgehens: „Wir wollen, dass das Fischi-Haus eine Zukunft hat. Dafür braucht es verlässliche Strukturen und eine enge Zusammenarbeit von Politik, Bezirksamt und den Nutzergruppen. Das breite Engagement vor Ort zeigt, dass es sich lohnt, diesen Ort zu erhalten.“
Mit ihrem Antrag unterstreicht die SPD-Fraktion, dass ein Verlust des Fischi-Hauses einen herben kulturellen Einschnitt für Altona bedeuten würde. Da das Bezirksamt bereits wichtige Schritte unternommen hat und viele Initiativen enorme Energie in den Erhalt investieren, gilt es nun, die Kräfte zu bündeln – damit das Fischi-Haus nicht zur Erinnerung wird, sondern eine Zukunft hat.

