Othmarschen (9. Juli 2026, Konrad Matzen) · Sintflutartiger Regen und unerbittliche Hitze konnten sie nicht stoppen: Die Schüler des Gymnasiums Hochrad haben beim diesjährigen Hamburger Stadtradeln unglaublichen Kampfgeist bewiesen. Mit einem beispiellosen Kraftakt am allerletzten Tag lieferte sich die ehrgeizige Schulgemeinschaft nicht nur ein schulinternes Herzschlagfinale der Extraklasse, sondern mischte auch das stadtweite Klassement gehörig auf. Wie wenige Kilometer am Ende über Sieg und Niederlage entschieden und wer sich letztlich die Krone auf dem Sattel aufsetzte, lesen Sie in unserer großen Nachlese.

Dass Hamburg eine Fahrradstadt ist, haben die vergangenen Wochen eindrucksvoll gezeigt. Über 20.000 Menschen traten beim stadtweiten Wettbewerb zwischen dem 4. und 24. Juni in die Pedale – ein neuer historischer Rekord. Doch inmitten dieser gewaltigen Masse von Radlern stach eine Gruppe in diesem Jahr ganz besonders hervor: die Schulgemeinschaft des Gymnasiums Hochrad. Insgesamt 447 Teilnehmer der Schule sammelten stolze 40.943 Kilometer. Damit sicherten sich die Schüler, Lehrer und Eltern nicht nur einen herausragenden dritten Platz unter allen Hamburger Schulen, sondern zeigten auch, was mit Ausdauer und vereinten Kräften möglich ist. Das Team des Hochrad schaffte es zudem als insgesamt drittgrößtes Team hinter den Mitarbeiter der Techniker Krankenkasse und den „Hamburger Klimaschulen“ in die Annalen der stadtweiten Klimaschutz-Aktion.

Besonders bei den Schülern entbrannte auf dem Asphalt ein wahrer sportlicher Wettstreit um jeden einzelnen Meter. Wer im Vorfeld dachte, wochenlanges Wechselwetter mit schweren Gewittern einerseits und drückender tropischer Hitze andererseits würde die Motivation bremsen, sah sich schnell getäuscht. Der unbedingte Wille, die magische Marke von 40.000 Kilometern zu knacken, mobilisierte auf den letzten Metern noch einmal ungeahnte Reserven. In einem atemberaubenden Schlussspurt am letzten Eintragungstag wurde nicht nur das Kilometer-Ziel erreicht, sondern quasi auf der Zielgeraden auch noch ein anderes Gymnasium stadtweit überholt.

Das ganz große Drama spielte sich jedoch schulintern zwischen zwei Klassen ab: Die Klasse 6c war fest entschlossen, den begehrten Wanderpokal zu behalten und das sensationelle Triple perfekt zu machen. Doch die jüngere Konkurrenz schlief nicht: In einem unfassbaren Wimpernschlagfinale schnappte die Klasse 5e den älteren Schülern den Gesamtsieg um sage und schreibe nur 5,2 Kilometer vor der Nase weg. Auch in der Einzelwertung der Schüler gab es eine bemerkenswerte Wachablösung: Fabian Borelbach trat am härtesten in die Pedale und verwies den Vorjahressieger Alexander Peters auf die hinteren Plätze.

Aber nicht nur die Schüler bewiesen Ausdauer, auch die Erwachsenen gaben auf dem Weg zur Schule und in der Freizeit alles. Bei den Lehrern fuhr der leidenschaftliche Rennradler Dr. Christoph Clausen (Didaktische Leitung) der Konkurrenz erneut davon und verteidigte seinen ersten Platz aus dem Vorjahr souverän. Unter den Eltern holte Michael Stolte-Dehn den Sieg und radelte allen anderen davon.

Der Erfolg am Gymnasium Hochrad spiegelt dabei den stadtweiten Trend perfekt wider: Mit 3,8 Millionen gemeinsam gefahrenen Kilometern schrammte Hamburg nur haarscharf am Allzeitrekord vorbei. Ob als täglicher Schulweg oder als sportliche Herausforderung nach Feierabend – die Schüler des Hochrads haben in diesen drei Wochen eindrucksvoll demonstriert, dass Radeln nicht nur die eigene Gesundheit fördert, sondern auch handfester Klimaschutz ist, der eine ganze Schulgemeinschaft für ein gemeinsames Ziel zusammenschweißen kann.