Die Debatte um Parkplätze an der Elbchaussee am Elbhang geht in eine neue Runde: Vor allem Anwohner und Gewerbetreibende in Övelgönne schlagen Alarm und werfen den Planern vor, die Lebensrealität vor Ort zu ignorieren.
Im Zentrum der Kritik steht ein möglicher drastischer Rückgang der Stellplätze. Nach Angaben von Anwohnern könnten von bislang 248 Parkmöglichkeiten entlang eines Abschnitts der Elbchaussee künftig nur noch zwischen 62 und 85 übrig bleiben. Weitere Stellflächen sind durch kommende Bauabschnitte zusätzlich gefährdet.
Das Aktionsbündnis „Rettet-die-Elbchaussee.de“ spricht von einer einseitigen Planung zugunsten des Radverkehrs. „Es ist unredlich, den Begriff ‚Kompromiss‘ als Schlagwort für einen Vorschlag zu wählen, welcher die einseitigen Ziele des Fahrradclubs als ein Entgegenkommen darstellt“, heißt es in einer Stellungnahme. Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) sei frühzeitig eingebunden gewesen, während betroffene Anwohner erst spät beteiligt worden seien.
Auch die Datengrundlage der Verkehrsplanung wird infrage gestellt. „Wie jeder besichtigen kann, sieht die Parksituation an den vergangenen Sommertagen im Mai 2026 ganz anders aus“, sagt Initiator Oliver Barckhan. Die herangezogenen Erhebungen aus Herbst und Winter würden die tatsächliche Nutzung nicht realistisch abbilden.
Die Sorgen gehen dabei über reine Komfortfragen hinaus. Anwohner und Gewerbetreibende befürchten konkrete Einschränkungen im Alltag. „Was ist mit Einkaufenden, Eltern mit ihren Kindern, Alten und Gebrechlichen?“, fragt ein Anwohner und verweist auf künftig deutlich längere Wege vom Parkplatz zur Wohnung.
Auch die Gastronomie sieht sich vor Herausforderungen. Pia Fintelmann, Betreiberin der Strandperle, warnt: „Wenn ein Großteil der bestehenden Parkmöglichkeiten wegfällt, wird aus einer ohnehin schwierigen Situation ein untragbares tägliches Problem.“ Gerade für Mitarbeiter, Lieferanten und Gäste seien Parkplätze unverzichtbar.
Noch deutlicher wird Fatmir Rusani vom Strandkiosk Övelgönne: „Wie kommen die auf die Idee, unsere Lieferanten könnten Lastenfahrräder einsetzen? Eine Getränkepalette hat bis zu 42 Kisten.“ Für ihn steht fest, dass die Planungen an der Praxis vorbeigehen.
Kritik gibt es zudem am Verfahren selbst. Anwohner bemängeln mangelnde Transparenz und eingeschränkte Beteiligungsmöglichkeiten. Bei einer Veranstaltung Mitte Mai sei der Unmut deutlich geworden, heißt es aus dem Bündnis (DorfStadt.de berichtete). Man fühle sich vor vollendete Tatsachen gestellt.
Die Initiatoren kündigen nun weiteren Widerstand an. Neben einer unabhängigen Befragung der Anwohner sind die nächsten Demonstrationen für Juni geplant. Ziel sei es, eine Verkehrsplanung zu erreichen, die alle Interessen berücksichtigt – von Autofahrern über Radfahrer bis hin zu Gewerbe und Anwohnern.
Die Verkehrsbehörde verfolgt mit dem Umbau das Ziel, die Elbchaussee sicherer und fahrradfreundlicher zu gestalten. Doch der Konflikt zeigt: Der Weg zu einem tragfähigen Kompromiss ist weit, wenn er denn überhaupt gewollt ist.




















