Rissen (7. August 2026, Markus Krohn) – Große Freude: Eine kleine Buchhandlung gehört plötzlich zu den besten Hamburgs. Mit der Nominierung für den Hamburger Buchhandlungspreis rückt der Bücherfuchs ins Rampenlicht – und darf auf eine besondere Auszeichnung hoffen.

Für die Buchhandlung Bücherfuchs in Rissen ist die Nominierung bereits ein großer Erfolg. Die inhabergeführte Buchhandlung zählt zu den sieben Geschäften, die es auf die Shortlist des Hamburger Buchhandlungspreises 2026 geschafft haben. Vergeben wird die renommierte Auszeichnung von der Hamburger Behörde für Kultur und Medien, die seit 2014 alle zwei Jahre besonders engagierte unabhängige Buchhandlungen würdigt. Drei der Nominierten erhalten am Ende jeweils ein Preisgeld von 5.000 Euro. Die Gewinner werden am 5. September zum Abschluss der „Langen Nacht der Literatur“ im Literaturhaus bekannt gegeben.

Mit der Nominierung reiht sich der Bücherfuchs in eine Auswahl ein, die nach Einschätzung der Jury beispielhaft für die Vielfalt und Qualität des unabhängigen Buchhandels in Hamburg steht. Neben der Rissener Buchhandlung wurden die Buchhandlung Blattgold (Neustadt), Buchhandlung Lutz Heimhalt (Fuhlsbüttel), Bücherstube Stolterfoht (Eimsbüttel), Der Buchladen Bettina Meyer (Neugraben), Frau Büchert (Eimsbüttel) sowie die Buchhandlung im Schanzenviertel nominiert.

Kultursenator Dr. Carsten Brosda betont die besondere Bedeutung des unabhängigen Buchhandels. Gerade in einer Zeit, in der viele Menschen nach Orientierung suchten, eröffneten Buchhandlungen neue Perspektiven und förderten den offenen gesellschaftlichen Diskurs. Das Engagement der nominierten Geschäfte verdiene deshalb besondere Anerkennung. Gleichzeitig zeigte sich Brosda tief betroffen vom Tod von Frank Bartling, der die ebenfalls nominierte Bücherstube Stolterfoht seit 1997 geführt hatte und kurz nach Bekanntgabe der Shortlist verstarb.

Über die Nominierungen entschied eine unabhängige Jury, der unter anderem Vertreter des Hamburger Abendblatts, des Literaturhauses Hamburg, der Bücherhallen Hamburg sowie des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels angehören. Auch der Preisträger des Jahres 2024, Bede Lüdemann, wirkte an der Auswahl mit.

Für den Bücherfuchs ist die Nominierung zugleich eine Anerkennung der kontinuierlichen Arbeit vor Ort. Die Buchhandlung an der Wedeler Landstraße hat sich in den vergangenen Jahren als literarischer Treffpunkt in den Elbvororten etabliert. Neben einem sorgfältig ausgewählten Sortiment gehören persönliche Beratung, Lesetipps und Veranstaltungen zum Konzept des Hauses. Inhaberin Melanie Peters und ihr Team setzen bewusst auf Nähe zu ihren Kunden und auf individuelle Empfehlungen statt anonymer Massenabfertigung.

Ob der Bücherfuchs am Ende tatsächlich zu den drei Preisträgern gehört, entscheidet sich Anfang September. Schon jetzt zeigt die Nominierung jedoch, dass engagierte, inhabergeführte Buchhandlungen auch im digitalen Zeitalter nichts von ihrer Bedeutung verloren haben – und dass literarische Leidenschaft längst nicht nur in der Hamburger Innenstadt zu Hause ist.