Was sich derzeit im ASB-Dorf im Hamburger Westen abspielt, ist mehr als ein klassischer Umbau. Vielmehr entsteht hier ein Ort, der Wohnen, Engagement und Nachbarschaft enger miteinander verzahnt als bislang.
Das ASB-Dorf steht grundsätzlich für ein besonderes Konzept: günstiger Wohnraum für Studierende und Auszubildende wird mit sozialem Engagement verknüpft. Wer hier lebt, verpflichtet sich, regelmäßig ehrenamtlich tätig zu werden – ein Modell, das Gemeinschaft nicht nur ermöglicht, sondern aktiv einfordert.
Vorteil für Studierende: Nicht nur die äußerst geringe Miete von 270 Euro Kaltmiete sind attraktiv, sondern auch die Möglichkeit, sich aktiv in einer wachsenden Gemeinschaft einzubringen: Es sind monatlich 10 Stunden ehrenamtliche Mitarbeit vorgesehen. Die können in Prüfungszeiten flexibel gestaltet werden. Zudem kommen die Studierenden mit gleichgesinnten und mit den Nachbarn in Kontakt.
Auch die Nachbarn profitieren. Waren die Holzhäuser am Suurheid in der Vergangenheit immer wieder Ausgangspunkt von Polizeieinsätzen, weil sich dort in der ehemaligen Unterkunft für Obdachlose und Asylbewerber immer wieder Drogenabhängige aufhielten, dürfte es jetzt ruhiger werden.
Mit dem aktuellen Umbau rückt zudem die Weiterentwicklung der nachbarschaftlichen Kooperation in Rissen und Sülldorf zusammen mit der Halle 15 noch mehr in den Fokus. Bestehende Strukturen werden angepasst, Räume neu gedacht und zusätzliche Nutzungsmöglichkeiten geschaffen. Ziel ist es, das Gelände noch stärker für die Nachbarschaft zu öffnen und Begegnungen gezielt zu fördern.
Ein zentrales Element dieser Entwicklung ist die Umgestaltung der bestehenden Holzhäuser zu multifunktionalen Treffpunkten. Bereits in der Vergangenheit gab es Planungen, Flächen in ein Begegnungszentrum umzuwandeln – ein Vorhaben, das sowohl Bewohner des Dorfes als auch Menschen aus dem Umfeld zusammenbringen soll.
Parallel dazu zeigt sich schon heute, wie das Gelände genutzt werden kann: Veranstaltungen, Workshops und offene Angebote im benachbarten Bürgerzentrum verdeutlichen das Potenzial eines lebendigen Quartiers.
Der Umbau ist damit nicht nur ein bauliches Projekt, sondern Ausdruck eines größeren Anspruchs. Der Arbeiter-Samariter-Bund verfolgt traditionell das Ziel, soziale Infrastruktur zu schaffen und gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken – Aufgaben, die im ASB-Dorf auf besonders greifbare Weise sichtbar werden.
Noch sind nicht alle Maßnahmen abgeschlossen. Doch schon jetzt wird deutlich: Das ASB-Dorf entwickelt sich weiter – von einer Wohnanlage mit Engagementpflicht hin zu einem offenen Ort der Begegnung, der das Quartier am Rand von Rissen und Sülldorf nachhaltig prägen könnte.





















