Kindern die Natur näherbringen – das ist die Leidenschaft der 64-Jährigen, die mit berechtigtem Stolz ihre Urkunde als Naturpädagogin des Deutschen Jagdverbands in den Händen hält. Dazu hat die IT-Mitarbeiterin eine umfangreiche Ausbildung in ihrer Freizeit bei der „Akademie für Wild, Jagd und Natur“ durchlaufen und nun mit einer Prüfung abgeschlossen.
Im praktischen Einsatz ist Horstmann aber schon länger, im Rissener Wildgehege Klövenseen betreut sie an einigen Wochenenden im Jahr ehrenamtlich große und kleine Besucherinnen und Besucher. „Wie schwer ist das Geweih vom Hirsch?“ Als praktische Antwort drückt Horstmann die Abwurfstange eines 14-Enders in die Hand. „und das zweimal auf dem Kopf, links und rechts!“ Natürlich kann sie auch alle weiteren Fragen beantworten: Warum die Hirschfrauen kein Geweih tragen, was die Tiere fressen und warum es ihnen im Wildgehege gut geht zum Beispiel. Dabei hilft ihr die neue Ausbildung, denn „Naturpädagogik in Theorie und Praxis“ etwa ist der Informatikerin nicht gerade in die Wiege gelegt worden, ebenso wenig wie das Stichwort „ Bildung für nachhaltige Entwicklung“, um nur zwei Seminarinhalte zu nennen. Horstmann ist nicht allein, ihr zur Seite steht Annabel Schnarre. Zusammen bilden sie das Obfrauen-Team für Naturschutz und Naturpädagogik der Bezirksjägergruppe Altona. Schnarre hatte dieselbe Ausbildung schon vor einem Jahr gemacht, ebenfalls ehrenamtlich neben ihrer Arbeit als Doktorandin im UKE. Und weitere Mitglieder der Bezirksjägergruppe kommen dazu: Matthias, der Hausmeister im Ruhestand, Nicolai, ebenfalls Informatiker und Axel, der Banker, um nur einige zu nennen. Sie alle eint die gemeinsame Leidenschaft für die Jagd, so, wie sie sie verstehen: als aktive Verantwortung für die wildlebenden Tiere in unserer Kulturlandschaft. Horstmann: „Wir Jäger und Jägerinnen sind nach dem Gesetz einem gesunden und angepassten Wildbestand verpflichtet.“ Hier ergänzt sie: „ Und nicht nur vor dem Gesetz, auch vor dem eigenen Gewissen“. Für die Zeit nach ihrer Berufstätigkeit hat sie sich nun vorgenommen, etwas von ihrer Begeisterung für die Natur an andere weiterzugeben, am liebsten an Kinder. Denn: „Nur was man kennt, kann man auch schützen!“
Die nächste Gelegenheit, Horstmann und Schnarre im Wildgehege zu treffen, ist Sonntag, 26. Oktober 2025 in der Zeit zwischen 13 und 16 Uhr, direkt am Rotwildgehege am Sandmoorweg in Rissen. Thema ist dann „die Brunft der Rothirsche“.


