Wenn die Temperaturen steigen, wird Abkühlung schnell zur Kostenfrage. In Hamburg gehört der Freibadbesuch laut einer Untersuchung der Soziallotterie freiheit+ im bundesweiten Vergleich zu den teureren Sommervergnügen. Der durchschnittliche Eintrittspreis für Erwachsene liegt demnach in den 30 größten Städten Deutschlands bei 5,58 Euro. Hamburg wird in der Auswertung mit durchschnittlich 7,75 Euro genannt und zählt damit zu den teuersten Freibadstädten.
Im Hamburger Westen fällt der Blick deshalb zunächst auf zwei Bäder, die deutlich günstiger sind: das Sommerfreibad Marienhöhe am Luzerneweg in Sülldorf und das Sommerfreibad Osdorfer Born an der Straße Am Osdorfer Born. Beide Bäder öffnen in der Woche vom 25. bis 31. Mai täglich von 11 bis 19 Uhr, Kassenschluss ist jeweils 30 Minuten vor Ende der Öffnungszeit.
An der Badkasse zahlen Erwachsene in beiden Freibädern derzeit 4,30 Euro für eine Tageskarte. Jugendliche von 12 bis unter 16 Jahren zahlen 2,10 Euro, Kinder unter zwölf Jahren 1,10 Euro. Damit liegen Marienhöhe und Osdorfer Born nicht nur unter dem bundesweiten Durchschnitt, sondern auch deutlich unter dem in der freiheit+-Analyse.
Gerade für Familien bleibt der Ausflug damit vergleichsweise planbar, selbst wenn Eis, Getränke oder eine Portion Pommes dazukommen.
Das Freibad Marienhöhe liegt malerisch von hohen Bäumen umgeben mit tollen Liege- und Spielwiesen. Foto: Bäderland GmbH
Dass es auch ganz ohne Eintritt geht, zeigt der Blick über die Landesgrenze nach Schleswig-Holstein: Rund vier Kilometer südwestlich von Pinneberg und 20 Autominuten vom Freibad in Sülldorf liegt der Baggersee Appen-Etz bei Appen. Die kleine Kiesgrube westlich des Ortes Etz ist ein beliebtes Ausflugsziel im Hamburger Umland. Der See ist etwa 24.500 Quadratmeter groß, an seiner tiefsten Stelle rund zehn Meter tief und wird nach Angaben des Umweltamts des Kreises bei der Wasserqualität als „sehr gut“ eingestuft.
Doch kostenlos heißt nicht automatisch unkompliziert. Der Baggersee wird schon wenige Meter vom Ufer entfernt so tief, dass Badende nicht mehr stehen können. Für Kinder und unsichere Schwimmer ist das ein Risiko. Hinzu kommt ein praktisches Problem: Es gibt zu wenige Parkplätze. Wer falsch parkt, muss mit Strafzetteln rechnen – die Polizei kontrolliert dort regelmäßig.
Das Freibad Osdorfer Born verfügt über eine Rutsche. Foto: Bäderland GmbH
Eine andere Rolle spielt die Badebucht in Wedel. Das Freibad der Anlage bleibt diesen Sommer zwar geschlossen, das Erlebnis- und Sportbad selbst bleibt aber eine Alternative, wenn das Wetter nicht richtig mitspielt. Gerade bei Nieselregen oder an kühleren Sommertagen kann die Anlage ihren Vorteil ausspielen: Man ist nicht vollständig vom Freibadwetter abhängig. Das Erlebnisbad öffnet mittwochs bis freitags von 6.30 bis 18 Uhr, am Wochenende und an Feiertagen von 10 bis 18 Uhr. Montags und dienstags ist das Bad geschlossen.
Preislich liegt Wedel allerdings deutlich über den reinen Sommerfreibädern im Hamburger Westen. Erwachsene zahlen im Erlebnisbad mittwochs bis freitags 6,50 Euro für 1,5 Stunden, 8,50 Euro für drei Stunden und 9,50 Euro für die Tageskarte. Kinder ab drei Jahren zahlen 3,50 Euro, 5,50 Euro oder 6,50 Euro. Am Wochenende und an Feiertagen kommt ein Zuschlag von einem Euro pro Tarif hinzu; bei der Familienkarte sind es drei Euro. Kinder unter drei Jahren haben freien Eintritt.
Noch größer und stärker auf Erlebnis ausgelegt ist das Arriba in Norderstedt. Das Bad gehört zu den bekannten Freizeitbädern im Hamburger Umland und ist vor allem für Familien interessant, die mehr suchen als nur ein Becken unter freiem Himmel. Zum Saisonstart meldet das Arriba, dass ab dem 1. Juni das Sommerbad inklusive 50-Meter-Becken wieder geöffnet ist. Die Turborutsche steht aus technischen Gründen allerdings derzeit nicht zur Verfügung.
Für den direkten Preisvergleich eignet sich Arriba nur eingeschränkt, weil es nicht als klassisches Freibad funktioniert, sondern als Erlebnisbad mit Sommerbadbereich. Damit ist es eher die Komfort- und Schlechtwettervariante: mehr Angebot, mehr Infrastruktur, aber in der Regel auch höhere Kosten als ein kurzer Freibadbesuch in Marienhöhe oder Osdorf.
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Bad |
Charakter |
Preis Erwachsene |
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Marienhöhe |
Sommerfreibad |
4,30 Euro Tageskarte |
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Osdorfer Born |
Sommerfreibad |
4,30 Euro Tageskarte |
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Appen-Etz |
Baggersee |
kostenlos |
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Badebucht Wedel |
Erlebnis- und Sportbad, Freibad geschlossen |
ab 6,50 Euro |
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Arriba Norderstedt |
Erlebnisbad mit Sommerbad |
höheres Freizeitbad-Niveau, ab 13 Euro |
Der Vergleich zeigt: Wer nur schwimmen und sich abkühlen will, fährt mit Marienhöhe und Osdorfer Born am günstigsten, wenn man kostenlose Badestellen ausklammert. Wer gar keinen Eintritt zahlen will, findet mit dem Baggersee Appen-Etz eine naturnahe Alternative, muss aber auf Badeaufsicht, geregelte Infrastruktur und einfache Parkplatzsituation verzichten. Wer mehr Komfort oder eine wetterfeste Lösung sucht, landet eher in Wedel oder Norderstedt – zahlt dafür aber auch mehr.
Für den Sommer im Hamburger Westen bleibt damit eine klare Rangfolge: Marienhöhe und Osdorfer Born sind die preiswerten Freibadoptionen, Appen-Etz ist die kostenlose Naturvariante, die Badebucht Wedel die Empfehlung für kühlere Tage und das Arriba Norderstedt die größere Erlebnisbadlösung. In einer Stadt, die beim Freibadpreisvergleich sonst teuer abschneidet, wirken 4,30 Euro Eintritt fast schon wie eine kleine Entlastung.




















