Beteiligt sind so unterschiedliche Partner wie die Bürgervereine von Blankenese, Nienstedten und Sülldorf-Iserbrook über die Borner Runde, das Zukunftsforum Altona und verschiedene Rissener Bürgerinitiativen bis hin zu den Naturschutzverbänden NABU und Altonaer Jägerschaft. Einigkeit besteht, dass alle Hamburger Landschaftsschutzgebiete vor der Zerstörung durch den Bau von Windkrafträdern geschützt werden müssen, auch wenn an diesem Tag der Blick natürlich in erster Linie auf dem Hamburger Westen liegt.
Jörn Steppke, der Sprecher des Bündnisses, erläutert ausführlich den bisher bekannten Stand der Planungen: 6–8 Windräder sollen in die Wiesenflächen der Wedeler Au gebaut werden, mit bis zu 12 Meter dicken Betonfundamenten, um die bis zu 240 Meter hohen Anlagen zu tragen. Wobei es allerdings keine gesetzlichen Höhenbegrenzungen gäbe, technisch wären schon heute auch 320 Meter durchaus möglich. Steppke weiter: „Gut 700 Hektar Fläche hat Hamburg ins Auge gefasst, dabei werden allerdings nur 380 ha laut Windenergiegesetz gefordert. Die sind leicht auch ohne den Verlust von Landschaftsschutzgebieten erreichbar, etwa durch die Nutzung von Hafen- und Industriegebieten oder schon bestehenden Windpark-Flächen“.
Auch der Naturschutz kommt zu Wort: Cornelia Oelkers vom NABU macht auf die Gefahr für Fledermäuse aufmerksam, deren Jungtiere den Rotorblättern noch nicht ausweichen könnten. Oelkers weiter: „Wie sollen wir ehrenamtliche Helfer zu unbezahlten und unbezahlbaren Arbeitseinsätzen für den Erhalt und die Aufwertung der Landschaft motivieren, wenn der Hamburger Senat jahrzehntelange Bemühungen mit einem Federstrich vernichtet?“ Bernd Neumann von der Bezirksjägergruppe Altona fordert den Schutz von Natur-Lebensräumen für die wildlebenden Tiere und lehnt daher den Bau des Windparks ab. Neumann: „Die Feldmark ist der einzige Grünzug zwischen den dichtbesiedelten Gebieten Schenefeld und Rissen. Da kann die Natur dem Druck durch die Windräder nicht ausweichen, weder am Boden noch in der Luft.“
Und wie geht es weiter? Steppke: „die nächsten Monate werden entscheidend. Anfang des nächsten Jahres werden erste Festlegungen durch die Behörden erfolgen. Bis dahin müssen wir so viel politischen Druck aufbauen, dass der Senat die Landschaftsschutzgebiete wieder aus der Planung herausnimmt – in der Sülldorfer Feldmark ebenso wie in den anderen Stadtteilen“.
Eine Petition gegen Windräder in Hamburger Landschaftsschutzgebieten kann auf https://www.change.org unterzeichnet werden.


