Die Wirtschaft schwächelt – umso dringender brauchen Betriebe im Bezirk eine aktive und präsente Wirtschaftsförderung bis hin zur Neuakquise im norddeutschen Wirtschaftsraum. Doch genau hier hat Altona ein starkes strukturelles Defizit: Die Altonaer Wirtschaftsförderung ist bisher für viele Betriebe kaum sichtbar, bietet zu wenig Orientierung im komplexen Behördengefüge und entfaltet kaum eigene Initiativen. Ob kleine Handwerksbetriebe, soziale Träger oder innovative Neugründungen – in Altona fehlt eine engagierte Anlaufstelle, die dafür ausgestattet ist, Betriebe tatkräftig zu unterstützen, zu vernetzen und Entwicklungschancen zu stärken.
Um diese Leerstelle zu schließen, bringen CDU, SPD und GRÜNE einen gemeinsamen Antrag in die morgige Bezirksversammlung ein. Ziel ist eine umfassend modernisierte, handlungsfähige und zugängliche Wirtschaftsförderung, die Unternehmen einen echten Mehrwert bietet – durch eine personelle Stärkung des Teams, den Aufbau quartiersbezogener Netzwerke, ein zeitgemäßes Kommunikationskonzept sowie eine deutlich aktivere Rolle des Bezirksamtes als Mittler zwischen Verwaltung und Betrieben. Die neue Bezirksamtsleitung wird in einem gemeinsamen Antrag aufgefordert, eine Strategiediskussion zu führen, um die oben genannten Ziele besser zu erreichen.
Emilie Böversen, wirtschaftspolitische Sprecherin der CDU-Fraktion, betont die Dringlichkeit: „Wir müssen dafür sorgen, dass das wirtschaftliche Potenzial in Altona endlich konsequent gestärkt wird. Dafür brauchen wir eine starke Wirtschaftsförderung, die Betriebe nicht nur verwaltet, sondern sie aktiv akquiriert. Wer Arbeitsplätze sichern, Innovation fördern und unseren Standort stärken will, muss jetzt konsequent handeln. Und das tun wir mit unserem Antrag: Wir schaffen die Grundlage für eine tatkräftige Wirtschaftsförderung, die in Altona Verantwortung übernimmt, klare Orientierung gibt und die Betriebe vor Ort dabei unterstützt, wirtschaftlich stabil durch schwierige Zeiten zu kommen.“
Auch die Sozialdemokraten sehen akuten Reformbedarf. Dr. Anna Vogel, Co-Fraktionsvorsitzende der SPD-Fraktion, kritisiert fehlende Impulse und unzureichende Strukturen: „Die Altonaer Wirtschaftsförderung braucht dringend neue Impulse. Die aktuellen Strukturen reichen nicht mehr aus, um Betriebe wirksam zu unterstützen oder sie sicher durch komplexe Herausforderungen zu begleiten. Deshalb setzen wir auf eine klare Neuausrichtung: mehr Sichtbarkeit, mehr Eigeninitiative und eine deutlich stärkere Verzahnung mit dem Hamburger Wirtschaftsökosystem.“ Wachstum könne nur gelingen, wenn die Wirtschaftsförderung „eigene Initiativen entwickelt und Unternehmen verlässlich durch den Behördendschungel begleitet“.
Benjamin Harders von den Grünen verweist auf die vielfältige Wirtschaftsstruktur im Bezirk – vom Handwerk über Start-ups bis hin zu mittelständischen Industriebetrieben. Sie alle bräuchten eine ansprechbare, präsente Unterstützung: „Alle brauchen auch einmal Unterstützung, beispielsweise bei der Ansiedelung und der Suche nach Gewerbeflächen, der Planung und Kommunikation von Bauarbeiten, die insbesondere das Weihnachtsgeschäft betreffen können, oder im Umgang mit Behörden. Daher wünschen wir uns eine Wirtschaftsförderung, die noch mehr als bisher auf die unterschiedlichen Anforderungen eingeht, bei den Unternehmen bekannt und in den Quartieren präsent ist.“
Mit ihrer Initiative wollen die drei Kooperations-Fraktionen die neue Bezirksamtsleitung beauftragen, einen strategischen Prozess anzustoßen, der Altonas Wirtschaftsförderung fit für die kommenden Jahre macht – vernetzter, sichtbarer und handlungsfähiger als bisher. DorfStadt.de berichtet morgen live aus der Bezirksversammlung.


