Das schwimmende Hochhaus „CMA CGM Saint Germain“ gehört der französischen Familienreederei CMA CGM. Die sitzt in Marseille und wurde 1978 von dem libanesischen Reederssohn Jacques R. Saadé († 24. 2018) gegründet. Heute kontrolliert das Unternehmen über 400 Schiffe. Die Familie Saadé besitzt 72,6 % des Kapitals.

Die „CMA CGM Saint Germain“ ist als Reedereiflaggschiff zugleich ein Symbol für die Zukunft der globalen Handelsschifffahrt. Sie wird angetrieben von Flüssiggas (kurz: LNG) statt Schweröl. Das bedeutet: Die LNG-Maschine des Kolosses reduziert den klimaschädlichen CO₂-Ausstoß um fast ein Viertel gegenüber herkömmlichen Schiffsmotoren. Das dokumentieren weithin über die Meere sichtbare Aufschriften an Back- und Steuerbord sowie am mächtigen Bug - „LNGpowered“ (Flüssiggasantrieb). Die Reederei will so ihren Willen bekunden, die internationalen Klimaziele tatkräftig erfüllen zu wollen.DSCN0243Foto: Wiegand

Nicht nur die Länge, auch andere Dimensionen der „CMA CGM Saint Germain“ sind atemberaubend: Die 61 Meter Breite entsprechen fast der internationalen Norm für Fußballfelder. Mehr als 23.000 Container kann sie buckeln. Der Länge nach hintereinander aufgereiht ergibt das über 140 Kilometer Länge – von Hamburg-Zentrum bis Flensburg.

Gebaut wurde der Gigant in China, registriert ist er in Singapur. Er ist eines von vier baugleichen Schwesterschiffen. Die wurden für den Ost-West-Handel auf der Route zwischen Asien und Europa maßgeschneidert. Das ist die wichtigste EU-Lebensader von und nach Fernost. Bis 2029 will CMA CGM stolze 153 Schiffe mit alternativen Treibstoffen betreiben – was die anderen Reedereien in der Branche unter Druck setzt beim Klimaschutz ebenfalls Kurs zu halten.