Anlässlich des Internationalen Tages des Waldes hat die Fraktion DIE LINKE in Altona ein weitreichendes Moratorium für den Holzeinschlag im Klövensteen gefordert. Für einen Zeitraum von zehn Jahren sollen Holzfällungen weitgehend ausgesetzt werden – ausgenommen lediglich Maßnahmen zur Verkehrssicherung. Ziel sei es, den Wald stärker als Natur-, Klima- und Erholungsraum zu schützen.

Der Forst Klövensteen ist kein Wirtschaftswald“, meint die grünpolitische Sprecherin der Fraktion, Natalia Werdung. Angesichts der Klimakrise müsse die ökologische Funktion des Waldes deutlich höher gewichtet werden als die vergleichsweise geringen Einnahmen aus dem Holzverkauf.

Tatsächlich kommt Wäldern eine zentrale Rolle im Klimaschutz zu. Rund 41 Prozent des Kohlenstoffs werden im Holz selbst gespeichert, etwa 59 Prozent im Waldboden. Kritiker des Holzeinschlags argumentieren, dass jede Fällung dieses empfindliche Gleichgewicht stören könne. Zudem seien Waldböden durch schwere Erntemaschinen zuletzt sichtbar geschädigt worden – insbesondere während der Arbeiten im Winter 2024/2025.

Neben einem Einschlagstopp fordert die Fraktion auch die Ausweisung sogenannter Bannwaldflächen sowie Naturwaldentwicklungsflächen, wie sie in anderen Regionen bereits etabliert sind. Diese Areale sollen sich weitgehend ohne menschliche Eingriffe entwickeln.

Doch die Forderung ist umstritten. Fachleute verweisen auf den sogenannten Waldumbau als entscheidende Strategie zur Anpassung an den Klimawandel. Dabei werden anfällige Monokulturen – vor allem aus Fichten oder Kiefern – schrittweise in stabile Mischwälder überführt. Ziel ist ein widerstandsfähigeres Ökosystem.

Die Vorteile sind vielfältig: Mischwälder reagieren robuster auf Extremwetter, sind weniger anfällig für Schädlinge wie den Borkenkäfer und stabilisieren den Boden durch tiefere Wurzelsysteme. Zudem verbessern sie die Wasserspeicherung und fördern die Biodiversität.

Gerade der Borkenkäferbefall stellt in Norddeutschland ein wachsendes Problem dar. Vor allem im Klövensteen. Besonders Fichten-Monokulturen bieten ideale Bedingungen für seine Vermehrung. Durch gezielte Eingriffe im Rahmen des Waldumbaus soll dieses Risiko reduziert werden.

Auch Naturschutzverbände wie der NABU haben in der Vergangenheit wiederholt Kritik an der konkreten Umsetzung des Waldumbaus im Klövensteen geäußert – allerdings nicht grundsätzlich an der Maßnahme selbst, sondern an deren Intensität und Durchführung.

Die Linke schlägt daher vor, den Zustand des Waldes wissenschaftlich zu Beginn und am Ende eines möglichen Moratoriums zu evaluieren. So ließe sich klären, ob sich die CO₂-Speicherleistung tatsächlich verbessert und welche Auswirkungen ein Nutzungsverzicht hat.