Seit dem Jahr 2024 ist die Einmündung Mühlenberg in die Elbchaussee in Blankenese dauerhaft gesperrt. Poller verhindern seither die direkte Zufahrt – offiziell, um künftig eine Veloroute für den Radverkehr zu ermöglichen. Doch genau diese Route soll nach aktuellem Stand frühestens 2027 realisiert werden. Die Maßnahme wirkt damit wie eine vorgezogene Entscheidung mit spürbaren Nebenwirkungen.

Eine Kleine Anfrage der CDU-Bürgerschaftsabgeordneten Dr. Anke Frieling bringt nun Details ans Licht, die Zweifel an der Planung aufkommen lassen. Demnach wurden die Auswirkungen auf Anwohner und Nutzer der angrenzenden Straßen offenbar nur unzureichend berücksichtigt.

Besonders betroffen ist der Mühlenberger Segel-Club. Mitglieder müssen ihre Bootsanhänger nun über die engen Nebenstraßen Pepers Diek und Gätgensstraße manövrieren – Strecken, die für solche Fahrzeuge wegen der Enge und des Kopfsteinpflasters kaum geeignet sind. Gleichzeitig ist das Verkehrsaufkommen dort deutlich gestiegen: In Spitzenzeiten von zuvor 86 auf nun 122 Fahrzeuge pro Stunde. Der Senat bewertet diese Entwicklung dennoch als „problemlos abwickelbar“.

Kritik entzündet sich auch an der fehlenden Kontrolle der Maßnahme. Eine systematische Evaluation ist laut Senat nicht vorgesehen. Stattdessen soll erst reagiert werden, wenn eine „erhöhte Beschwerdelage“ festgestellt wird – ein Kriterium, das schwer greifbar bleibt, da eingehende Beschwerden offenbar nicht systematisch erfasst werden.

Auch sicherheitsrelevante Aspekte werfen Fragen auf. Zwar können Einsatzfahrzeuge die Poller öffnen, doch zusätzliche Sekunden im Ernstfall könnten entscheidend sein. Für Kritiker ist dies ein weiterer Hinweis darauf, dass die Interessen von Anwohnern und lokalen Akteuren hinter verkehrspolitischen Zielsetzungen zurückstehen. Der Senat hingegen hält an seiner Linie fest und bezeichnet die Sperrung als notwendig und alternativlos.