Seit Anfang 2025 gilt bundesweit die Pflicht zur getrennten Sammlung von Alttextilien. Ziel ist es, Ressourcen zu schonen und Kleidung möglichst wiederzuverwenden oder zu recyceln. In der Praxis zeigt sich jedoch: Gerade in dicht besiedelten Stadtteilen wie im Hamburger Westen fehlt es an geeigneter Infrastruktur.

Nach Angaben aus der Bezirkspolitik gibt es nur noch wenige Sammelcontainer, viele Quartiere sind gar nicht mehr versorgt. Das hat Konsequenzen: Selbst gut erhaltene Kleidung landet häufig im Restmüll – und wird verbrannt, statt weiter genutzt zu werden.

Ein Grund für die Entwicklung liegt im Wandel der Textilindustrie. Immer mehr sogenannte Fast Fashion von geringer Qualität erschwert die Weiterverwertung. Für private Anbieter lohnt sich das Sammeln oft nicht mehr, viele haben sich aus dem Geschäft zurückgezogen. Damit wächst der Druck auf die öffentliche Hand, neue Lösungen zu schaffen.

Die Politik in Altona reagiert nun parteiübergreifend: GRÜNE, SPD, CDU und Volt fordern zusätzliche Sammelstellen. Mindestens drei neue Standorte sollen kurzfristig entstehen, langfristig ist sogar ein deutlich größerer Ausbau gefordert. Ziel ist es, die getrennte Sammlung zu verbessern – von tragbarer Kleidung über recycelbare Stoffe bis hin zu nicht verwertbaren Resten.

Neben dem Ausbau der Infrastruktur geht es auch um neue Wege der Verwertung. Während bislang ein Großteil der Textilien verbrannt wird, rückt das chemische Recycling stärker in den Fokus. Dabei werden Stoffe in ihre Grundbestandteile zerlegt und erneut genutzt – ein Ansatz, der in Hamburg bereits von ersten Start-ups erprobt wird.

Zugleich setzen Initiativen auf direkte Hilfe: Organisationen wie Hanseatic Help sammeln weiterhin gut erhaltene Kleidung für Flüchtlinge oder Obdachlose und zeigen, dass Wiederverwendung konkret funktionieren kann.

Andere wie Aktive des Zukunftsforums Rissen organisieren Kleidertausch-Börsen, um getragene Kleidung weiterzugeben oder zu tauschen. Dazu findet am 18. April von 11–14 Uhr der Frühlingskleidertausch im Zukunftshaus Rissen (Am Rissener Bahnhof 14) statt.

Hanseatic Help

Zukunftsforum Rissen