Mit der Fertigstellung der neuen Multifunktionssporthalle am Hellgrundweg, Teil des sogenannten HSV-Zentrums am Volkspark, ist im Hamburger Westen eine der modernsten Sportstätten der Stadt entstanden. Die barrierefreie Halle erfüllt mit ihrer ligatauglichen Deckenhöhe professionelle Anforderungen und bietet gleichzeitig Raum für den Breiten- und Vereinssport.
Doch mit der Inbetriebnahme beginnt eine zentrale Frage: Wer darf die Halle wann nutzen?
Im Zuge der öffentlichen Förderung wurde festgelegt, dass jährlich rund 14.000 Nutzungsstunden dem Hamburger Sport zur Verfügung stehen sollen. Damit ist die Halle nicht exklusiv für den Leistungssport gedacht, sondern ausdrücklich auch für Vereine, Schulen und weitere Sportangebote vorgesehen.
Gerade im Bezirk Altona ist der Bedarf groß. Viele Sportvereine verzeichnen seit Jahren steigende Mitgliederzahlen, insbesondere im Kinder- und Jugendbereich. Gleichzeitig bleibt die Verfügbarkeit von Hallenzeiten angespannt. Für zahlreiche Vereine gehört der Mangel an Trainingsflächen längst zum Alltag.
Die neue Halle könnte diese Situation spürbar entschärfen – vorausgesetzt, die Vergabe der Zeiten erfolgt ausgewogen. Genau hier setzt die aktuelle politische Diskussion an.
Im Raum steht die Forderung, die Nutzung stärker an sportpolitischen Leitlinien auszurichten. Im Mittelpunkt sollen dabei Angebote für Kinder und Jugendliche stehen, ebenso wie Vereine, die Integrationsarbeit leisten oder inklusive Sportangebote schaffen. Auch die Bedeutung einzelner Vereine für den wohnortnahen Breitensport soll berücksichtigt werden: „Für uns ist entscheidend, dass insbesondere Kinder und Jugendliche, Integration und Inklusion im Mittelpunkt stehen und die Vereine im Bezirk spürbar entlastet werden.“, betont Dr. Anna Vogel, Co-Fraktionsvorsitzende der SPD in der Bezirksversammlung Altona. Das sehen auch Emelie Böversen, Sprechern für Wirtschaft und Sport der CDU-Bezirksfraktion und Florian Wesselkamp Holzer, stellv. Fraktionsvorsitzender GRÜNE Fraktion Altona so: „Sport verbindet und genau diese verbindende Kraft wollen wir im Bezirk weiter stärken.“
Ein weiterer Aspekt: die tatsächliche Nutzung vorhandener Kapazitäten. Vereine, die zugewiesene Zeiten zuverlässig ausschöpfen, könnten bei der Vergabe künftig bevorzugt werden. Ziel ist es, die vorhandenen Flächen möglichst effizient zu nutzen.
Gleichzeitig bringt die Struktur der Halle praktische Herausforderungen mit sich: Die Nutzung erfolgt häufig in sogenannten Hallendritteln – ein Modell, das parallelen Trainingsbetrieb ermöglicht. Doch nicht jede Sportart lässt sich so organisieren. Disziplinen wie Handball, Basketball oder Hockey benötigen regelmäßig die gesamte Hallenfläche. Hier sind flexible Lösungen gefragt, um unterschiedlichen Anforderungen gerecht zu werden.
Neben dem klassischen Vereinssport eröffnet die neue Halle weitere Perspektiven. Durch ihre barrierefreie Bauweise eignet sie sich besonders für den Inklusionssport. Kooperationen mit Behindertensportverbänden oder inklusiven Initiativen könnten künftig eine größere Rolle spielen.
Auch wirtschaftliche Partnerschaften sind denkbar. Der Standort im Umfeld des Volksparks bietet Potenzial für Kooperationen mit Unternehmen, etwa im Bereich des Betriebssports oder des betrieblichen Gesundheitsmanagements. Gleichzeitig wird politisch betont, dass solche Angebote den Vereinssport nicht verdrängen dürfen.
Die Abstimmung über die konkrete Nutzung ist noch im Gange. Das Bezirksamt Altona steht dazu im Austausch mit der Behörde für Inneres und Sport sowie dem Hamburger Sport-Verein. Ziel ist es, sowohl eine hamburgweite Nutzung zu ermöglichen als auch die Interessen der Vereine vor Ort sichtbar zu berücksichtigen.




















