Blankenese hat sein 725-jähriges Bestehen mit einem dreitägigen Stadtteilfest begangen und damit eindrucksvoll vorgeführt, wie eng Geschichte, Gegenwart und Gemeinsinn in den Elbvororten zusammengehören. Am letzten Wochenende wurde gefeiert - mit offizieller Eröffnung, Musik, Gastronomie, Führungen, Ausstellungen und einem Programm, das bewusst viele Facetten des Stadtteils einbezog. Die Veranstalter kündigten im Vorfeld ein Fest "für die ganze Familie" an, mit Livemusik, Straßenfest und historischen Angeboten.
Schon der Rahmen machte deutlich, dass es nicht um einen einzelnen Festakt, sondern um ein ganzes Wochenende der Begegnung ging. Das Jubiläum begann am Freitag mit der offiziellen Eröffnung durch Bezirksamtsleiter Dr. Sebastian Kloth, gastronomischen Angeboten und Musik. Am Samstag rückte dann die Blankeneser Bahnhofsstraße als Festmeile in den Mittelpunkt. Dort präsentierten sich Vereine, Firmen, Institutionen und Schulen, begleitet von Vorführungen, Musik und Führungen durch den Ortskern. Auch Hamburgs Finanz- und Bezirkssenator Dr. Andreas Dressel fühlte sich wohl – auf der Bühne und bei einer Führung durch den Stadtteil
Gerade diese Mischung machte den Reiz des Festes aus. Blankenese inszenierte sich nicht als musealer Ort, sondern als Stadtteil mit starkem Gedächtnis und lebendiger Gegenwart. Zwischen Essensständen, Bühnenbeiträgen und Begegnungen am Straßenrand wurde deutlich, dass ein Jubiläum hier vor allem dann trägt, wenn es von den Menschen vor Ort angenommen wird. Das Programm war entsprechend breit angelegt und verband Unterhaltung mit lokaler Verankerung.
Einen besonderen Akzent setzte dabei Dr. Jan Kurz vom Förderverein Historisches Blankenese e.V.. Mehrfach trug er auf der Bühne seine historische Version vom „Glück, in Blankenese zu leben" vor und verlieh dem Fest damit eine erzählerische Tiefe, die über bloße Jubiläumsfolklore hinausging. Sein Auftritt stand sinnbildlich für den Versuch, Geschichte nicht nur auszustellen, sondern öffentlich zu erzählen - verständlich, zugänglich und mit Blick auf das Selbstverständnis des Stadtteils. Dr. Kurz gilt seit Jahren als profunder Kenner der Blankeneser Geschichte und widmet sich intensiv der historischen Recherche im Ort.
Dass diesem historischen Blick beim Jubiläum Raum gegeben wurde, war folgerichtig. Denn Blankenese lebt nicht nur von seinen Treppen, seinem Elbpanorama und seiner hohen Aufenthaltsqualität, sondern auch von dem Bewusstsein, eine eigene, gewachsene Geschichte zu besitzen. Wenn diese Geschichte auf der Bühne erzählt wird, bekommt ein Straßenfest zusätzlichen Gehalt: Es wird zum öffentlichen Gespräch über Herkunft, Wandel und Identität.
Blankenese IG und das Stadtteilmagazin Hamburger Klönschnack gaben sich jedenfalls große Mühe, um den Stadtteil strahlen zu lassen – und das gelang, trotz teils widriger Wetterverhältnisse – sogar über die Feierlichkeiten hinaus. Mit einer neuen App soll der Verkauf in Blankenese angekurbelt werden, die Blankenese-Nudeln in Form der beliebten Pfahlewer sollen die Kosten des Familienfestes hereingespielt werden.


















