Das Thema ist politisch längst auf der Tagesordnung. Die CDU-Fraktion drängt darauf, die Buslinie 388 von vhh mobility um zusätzliche Haltepunkte zu erweitern - einen am Wildgehege auf Höhe Sandmoorweg/Wespenstieg und einen weiteren am Waldspielplatz am Klövensteenweg. In ihrem Antrag argumentiert die Fraktion, sowohl das Wildgehege als auch der fast fertiggestellte Waldspielplatz hätten eine hohe Bedeutung als Naherholungsort. Das Wildgehege sei eine "attraktivste Freizeit- und Erholungseinrichtung im Hamburger Westen" und zugleich ein "Lernort in der Natur". Das deckt sich mit der Selbstdarstellung der Stadt, wonach das Gelände "als Freizeit- und Erholungseinrichtung sowie auch als Lernort in der Natur" dienen soll. 

Die CDU fordert deshalb eine Prüfung, ob die Linie 388 um diese Haltestellen erweitert und "spätestens zum nächsten Fahrplanwechsel" umgesetzt werden kann. Zusätzlich soll das Bezirksamt die Voraussetzungen für eine Haltestelle schaffen, etwa bei Zuwegung, Beschilderung und Infrastruktur.

Allerdings ist die Forderung nicht neu - und sie kommt nicht nur von der CDU. Bereits Ende 2023 hatte die Fraktion DIE LINKE einen Antrag mit dem Titel "Das Wildgehege Klövensteen muss gut durch die 'Rissener Dorfkutsche' angebunden werden!" eingebracht. Darin wurde verlangt, die Linie 388 über die bisherige Endlage hinaus bis zum Wildgehege zu verlängern und zugleich die Taktdichte des Angebots zu verbessern. Wörtlich heißt es in dem Antrag, ein "attraktives Nahverkehrsangebot" sei der beste Weg, um die Verbindung zum Wildgehege herzustellen. 

Die Bezirksversammlung griff dieses Anliegen auf und beschloss am 25. Januar 2024 die entsprechende Drucksache. Doch die zuständige Behörde für Verkehr und Mobilitätswende bremste die Erwartungen deutlich. In ihrer Stellungnahme heißt es, die Bedienung des Rissener Nordens erfolge bei der Linie 388 bereits als Schleifenfahrt mit einer Stichfahrt in Richtung Wildgehege. Diese diene der Anbindung des Kinderhospizes, der Hanna-Reemtsma-Stiftung und - mit einem Fußweg von rund 800 Metern - auch des Wildgeheges. 

Noch klarer fiel die Absage bei einer direkten Verlängerung bis zum Wildgehege aus. Nach Angaben der Behörde würde sich die Reisezeit für viele Fahrgäste "erheblich verlängern", die Linie werde dadurch "unattraktiver". Außerdem fehle vor Ort bislang eine geeignete Wendemöglichkeit. Wörtlich kommt die Behörde zu dem Schluss: "Aus diesen Gründen wird die Verlängerung der Quartiersbuslinie 388 zum Wildgehege Klövensteen nicht befürwortet.

Der aktuelle Vorstoß der CDU geht nun noch einen Schritt weiter, weil er nicht nur das Wildgehege, sondern ausdrücklich auch den Waldspielplatz in den Blick nimmt. Gerade Familien, Schulen und Kitas dürften das aufmerksam verfolgen. Denn solange Busse dort nicht direkt halten, bleibt ein Ausflug in den Klövensteen für viele aufwendig - oder ohne Auto kaum praktikabel.

Ob aus dem politischen Wunsch diesmal mehr wird als ein Prüfauftrag, hängt am Ende an denselben Fragen wie schon 2024: Reicht der Platz für Kehren? Lässt sich der Fahrplan halten? Und ist die Politik bereit, die "Rissener Dorfkutsche" tatsächlich stärker auf die Freizeitziele im Klövensteen auszurichten? Fest steht: Der Ruf nach besserer Anbindung kommt inzwischen aus mehr als einer Fraktion – und er dürfte nicht so schnell verstummen.