So jemand ist Mark Riad Lambert nicht. Er betreibt mit seiner Tochter Leila das libanesische Restaurant Hala am Beselerplatz in Othmarschen. Die beiden suchen nach Lösun­gen, um ihr Lebenswerk nach der herausfordernden Corona-Phase in die Zukunft zu führen. Doch das ist nicht einfach.

Drei Jahre lang genehmigte die Stadt zusätzliche Sitzplätze im Außenbereich auf den Park­plätzen vor dem Restaurant. Doch damit ist Schluss. Dadurch fallen 26 Außenplätze weg, jetzt sind es nur noch vier Tische mit jeweils zwei Plätzen, die auf dem schmalen Fußweg vor dem Restaurant aufgestellt werden dürfen. Zu wenig zum Leben, zu viel zum Sterben. Zudem befürchtet Lambert neue Regelungen zum Lärm­schutz: Vor kurzem hat das Bezirksamt Altona auch seine Fläche als Hotspot ausgemacht. „Es gab bislang keine Beschwe­den von Nachbarn“, b­eteuert Lambert, doch wer weiß, welche zusätzlichen Auflagen ihm in Zukunft das Leben schwer machen…

Möglicherweise wäre ein Standortwechsel eine Lösung. Zwi­schenzeitlich war das derzeit leerstehende Restaurant im Wackerhof in Osdorf im Ge­spräch, doch das liegt weit entfernt vom jetzigen Standort, ist viel größer, nur über eine Trep­pe erreichbar und müsste zu­dem vor Inbetriebnahme saniert werden.

 

Bürgerverein fordert mehr Außenplätze

Einige Gäste setzen sich nun dafür ein, das Restaurant zu besseren Bedingungen am Beselerplatz zu erhalten: „Der Bürgerverein Flottbek-Othmarschen bietet für ältere Men­schen gegen die Vereinsamung regelmäßig ein gemeinsames Mittagessen im Restaurant Hala an, zu dem immer häufiger auch Menschen, die nicht dem Bürgerverein angehören, dazukommen. Eine wichtige Institution des sozialen Mit­ein­anders in diesem Stadtteil kann mit diesem einfachen Mittel unterstützt werden. Deswegen ist dem Bürgerverein Flottbek-Othmarschen dieser lokale Treffpunkt eine Herzensangelegenheit.“ schreiben die Vor­stände Ute Frank, Lorenz Flem­ming und Oliver Barckhan in einer Eingabe an die Bezirksversammlung Altona. Sie fordern von der Bezirksver­sammlung, die Außenplätze auf den Parkplätzen wieder zu genehmigen. Das wiederum fand im Hauptausschuss keine Zustimmung. „Wenn wir das genehmigen, wollen andere Gastronomen das auch“ gibt Sven Hielscher, Vorsitzender der CDU-Bezirksfraktion zu bedenken. Was Ausnahme war, soll nicht zur Regel werden. Verständlich. Zumal damit viele weitere Parkplätze entfallen würden.

Eine weitere Idee wäre es, die Fahrradbügel vor dem Restau­rant auf die andere Straßenseite zu verlegen. Dann wäre zumindest etwas mehr Platz für das Restaurant gewonnen. Diese Version hätte wohl mehr Aussicht auf Erfolg.

 

Hoffnung auf Besserung der Lage

Dann bliebe noch die Hoffnung, dass die Gäste häufiger ins Restaurant kämen. Denn die durch die Inflation gestiegenen Preise auf den Speisekarten führten dazu, dass die Frequenz der Restaurantbesuche sinkt. Und die Gäste geben insgesamt weniger Geld aus. In den vergangenen Jahren sank der Umsatz in der Branche – um fast vier Prozent.

Ab dem 1. Januar 2026 soll die Mehrwertsteuer in der Gastronomie wieder von 19% auf 7 Prozent abgesenkt werden. So steht es im Koalitionsvertrag der SPD-CDU-Koalition. Die Gastronomen befürworten das. Diese Maßnahme würde wohl nicht zu sinkenden Preisen führen, aber doch zu einer Erholung der Branche. Im Sinne der gastronomischen Vielfalt und für die Lamberts ein kleiner Lichtblick.

https://www.restaurant-hala.de/