Während der Verein „Elbwald retten“ Unterstützerunterschriften zur Rettung der Pappeln am Bubendey-Ufer sammelt, will der Hafenbetreiber offenbar schon bald Fakten schaffen: Ohne offene Ausschreibung sei eine Firma gesucht worden, die mit den ersten Baumfällungen bereits im Januar beginnen soll, so Franz Hermann, Sprecher des Vereins. „Wir prüfen derzeit die Möglichkeit, Rechtsmittel einzulegen und sin zuversichtlich, damit die Abholzungspläne der HPA verhindern zu können“, erklärte Hermann heute auf einer Pressekonferenz in der Strandperle. Besonders bedenklich sei die „Hau-Ruck-Rodung“ an der östlichen Seite des Elbwaldes, weil sich dort die meisten streng geschützten Fledermaus-Habitate befänden. Die Initiative bemängelt zudem, dass die HPA neben der „nicht transparenten Auftragsvergabe“ die Rodung „vor Zustimmung der zuständigen EU-Kommission zur Hafenwesterweiterung mit der Rodung beginnen möchte“.

02 PappelnDieses Gehölz soll noch im Januar gerodet werden. Foto: PR/"Elbwald retten"

Die Hamburg Port Authority beruft sich auf einen vorliegenden Planfeststellungsbeschluss, „der auch bereits gerichtlich überprüft und vollziehbar ist“. Alle erforderlichen Akteure seien bereits beteiligt worden, auch eine umfangreiche Untersuchung hinsichtlich der Umweltauswirkungen sei angestellt und im Zuge der Planfeststellung ausführlich berücksichtigt worden.

Für den Antrag auf Rodungsgenehmigung habe es seinerseits ein Beteiligungsverfahren gegeben, betont die HPA auf Anfrage der DorfStadt-Redaktion und „um die geplanten und genehmigten Maßnahmen umzusetzen, ist vorgesehen, den Gehölz- und Vegetationsbestand auf dem Baufeld zu räumen. Es handelt sich um eine Fläche, die südlich des Bubendey-Ufers liegt“, bestätigte HPA-Sprecherin Sinje Pangritz.

Die Baumaßnahmen im Bereich des Waltershofer Hafens ist seit vielen Jahren geplant. Sie sind für eine Verbesserung der nautischen Bedingungen und die Sicherheit des Schiffsverkehrs erforderlich. Insbesondere ist dies die Erweiterung des Drehkreises, für die ein Teil einer Landfläche abgetragen wird.

Für die Fällungen ist eine Ausgleichsmaßnahme geplant, bei der rund 2 Hektar Waldfläche geschaffen werden. „Die Pappelreihe ist davon nicht betroffen. Die HPA wird die Pappelreihe diesen und nächsten Monat nicht fällen“, sagte Pangritz. Damit ist klar, dass die Pappelreihe zumindest in diesem ersten Halbjahr nicht mehr gefällt werden wird, denn die Fällsaison in Hamburg endet am 28. Februar.

Bis zum 1. Oktober hätten die Initiatoren der "Elbwald retten"-Initiative also noch Zeit, die wertvolle Aussicht auf das Bubdendey-Ufer mit den Verantwortlichen beim Senat und der HPA noch zu verhandeln.