Die koordinierte Erneuerung der Elbchaussee geht in die nächste Phase. Ab Montag, 1. Juni 2026, starten die Bauarbeiten im westlichen Bereich des zweiten Bauabschnitts zwischen Parkstraße und Liebermannstraße. Damit wird ein weiteres Teilstück der vielbefahrenen Verbindung entlang der Elbe angefasst – mit spürbaren Folgen für Verkehr, Anwohner und Gewerbetreibende.

Grund für die Arbeiten ist der Zustand der unterirdischen Leitungen und der Fahrbahn. Der Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer, Hamburg Wasser und die Hamburger Energienetze erneuern gemeinsam die Trinkwasser- und Energieversorgungsinfrastruktur sowie den Straßenraum. Statt nacheinander mehrere Baustellen einzurichten, werden die Maßnahmen gebündelt. Ziel ist es, die Gesamtbauzeit zu verkürzen und die Belastungen möglichst gering zu halten.

Im östlichen Teil des zweiten Bauabschnitts wird bereits seit Ende März 2025 gearbeitet. Dort laufen die Maßnahmen zwischen Betty-Levi-Passage/Klopstockstraße und Hohenzollernring. Dieser Abschnitt soll nach aktuellem Stand im Dezember 2026 fertiggestellt werden. Nun folgt der westliche Bereich: Zum Auftakt beginnen am 1. Juni Arbeiten an Strom- und Telekommunikationsleitungen im Bereich Elbchaussee/Ecke Halbmondsweg. Anschließend wandert die Baustelle abschnittsweise weiter in Richtung Liebermannstraße.

Nach den Arbeiten der Hamburger Energienetze und der Telekommunikation folgt die Erneuerung der Trinkwasserleitungen. Erst danach stehen die eigentlichen Straßenbauarbeiten an. Für Verkehrsteilnehmer bedeutet das: Die Baustelle wird sich über längere Zeit verändern, die Verkehrsführung mehrfach angepasst. Zwischen Halbmondsweg und Liebermannstraße soll die Elbchaussee vom 1. Juni bis voraussichtlich 30. August 2026 weitgehend in beide Richtungen befahrbar bleiben. Je nach Bauphase wird es allerdings enger.

Wer kann, sollte die ausgeschilderten Ausweichstrecken nutzen. Empfohlen wird die Route über Osdorfer Weg, Ebertallee und Reventlowstraße in beiden Richtungen. Für Fahrten stadteinwärts und stadtauswärts wird zusätzlich der Halbmondsweg genannt. Bei möglichen Vollsperrungen sollen Grundstücke, Zufahrten und Rettungswege für Anwohner über eine Baustraße erreichbar bleiben. Während der Arbeitszeiten von Montag bis Freitag kann es dabei jedoch zu Wartezeiten kommen.

Fußgänger können das Baufeld nach Angaben der Projektpartner jederzeit passieren. Radfahrer werden über eine ausgeschilderte Umleitung geführt. Auch im Busverkehr kommt es zu Einschränkungen: Die Linie 12 wird vom 1. Juni bis 14. Juli 2026 ab beziehungsweise bis Hohenzollernring über Bernadottestraße und Holländische Reihe umgeleitet. Fahrgäste sollen sich über die aktuellen Verbindungen beim HVV informieren.

Eine Besonderheit ist die Abstimmung mit einer anderen großen Hamburger Baustelle: der Erneuerung der Eisenbahnüberführung Sternbrücke. Weil während der Einhebung der Sternbrücke die Stresemannstraße gesperrt wird, soll die Elbchaussee im Sommer 2026 geöffnet bleiben, um den Verkehr besser verteilen zu können. Die Baustellenplanung an der Elbchaussee ist deshalb nicht isoliert zu betrachten, sondern Teil eines größeren Verkehrskonzepts für den Westen der Stadt.

Für Anwohner und Gewerbetreibende bleibt die Bauzeit dennoch eine Belastungsprobe. Auf einer Informationsveranstaltung am Dienstag, 19. Mai, stellten Hamburg Wasser, Hamburger Energienetze und der LSBG die Planungen für den Abschnitt Parkstraße bis Liebermannstraße vor. Erläutert wurden Straßenplanung, Bauabläufe und Verkehrsführung. Zudem hatten die Betroffenen Gelegenheit, Fragen zu stellen. Aktuelle Informationen sollen weiterhin über die Projektwebseite bereitgestellt werden.

Noch offen ist der letzte Straßenabschnitt zwischen Liebermannstraße und Hohenzollernring. Dieser befindet sich weiterhin im Planungs- und Abstimmungsprozess. Ein konkreter Baustart steht dort noch nicht fest. Aussagen zu Bauablauf und Verkehrsführung können deshalb derzeit nicht getroffen werden. Erst wenn die Planungen für Leitungsarbeiten und Straßenbau abgeschlossen sind, soll die Öffentlichkeit informiert werden. Eine erste Veranstaltung sorgte für Kopfschütteln bei Anwohnern (DorfStadt.de berichtet hier).

Der gesamte zweite Bauabschnitt der Elbchaussee reicht von der Betty-Levi-Passage/Klopstockstraße bis zur Parkstraße. Nach aktuellem Planungsstand liegt die Maßnahme im Zeitplan und soll voraussichtlich im März 2030 abgeschlossen sein. Bis dahin bleibt die Elbchaussee eine Baustelle.

Am Ende soll die Elbchaussee nicht nur neue Leitungen und eine erneuerte Fahrbahn bekommen, sondern verkehrssicherer und zukunftsfähiger werden. 

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