Nachdem das Bezirksamt Altona im Sommer angekündigt hatte, das losbasierte Beteiligungsverfahren noch in diesem Jahr zu starten, haben die lokalen Initiatoren das offizielle Vorgehen abgelehnt. Stattdessen haben sie ihren eigenen, bereits 2023 erarbeiteten Konzeptvorschlag erneut vorgelegt – und diesen Ende September persönlich mit dem designierten Bezirksamtsleiter Dr. Sebastian Kloth (Grüne) sowie dem stellvertretenden Bezirksamtsleiter, Christoph Brümmer, besprochen.

Die Initiatoren – unter anderem aus dem Zukunftsforum Blankenese, dem Arbeitskreis Ortskern und Blankenese Miteinander sowie der Blankenese Interessengemeinschaft – sehen in ihrem Konzept einen ausgewogenen Weg, um Bürger:innenbeteiligung mit fachlicher und politischer Verantwortung zu verbinden.

Einbindung statt Vorgabe


Das Blankeneser Modell sieht vor, die Bevölkerung in mehreren öffentlichen Phasen einzubinden – mit Vortragsabenden, Workshops und einem Bürgerrat, der aus 30 zufällig ausgelosten Bürgerinnen und Bürgern besteht. Zwei Drittel sollen aus Blankenese stammen, ein Drittel aus den angrenzenden Stadtteilen. Ergänzend sind Schul-Workshops und thematische Umfragen vorgesehen, um auch junge Menschen und lokale Akteure einzubeziehen.

Im Mittelpunkt steht laut Konzept die „Beteiligung einer informierten Öffentlichkeit auf der Basis von Fakten“. Fachvorträge aus Verwaltung, Wirtschaft und Mobilitätsforschung sollen dafür sorgen, dass der Bürgerrat fundiert diskutieren und Empfehlungen erarbeiten kann. Das Bürger:innengutachten soll anschließend der Bezirksversammlung Altona übergeben werden und als Grundlage für einen Beschluss über die künftige Verkehrs- und Infrastrukturentwicklung des Stadtteils dienen.

Gespräche dauern an


Nach dem Gespräch mit Dr. Kloth hoffen die Initiatoren nun auf eine Öffnung des Bezirksamts gegenüber ihrem Vorschlag. Auf aktuelle Anfrage der DorfStadt-Redaktion teilte eine Sprecherin des Bezirksamts Altona mit: „Die Gespräche zur Einbindung und zur genauen Ausgestaltung des Gremiums dauern derzeit noch an. Nach Abschluss der Abstimmungen wird das Bezirksamt über den weiteren Verlauf des Verfahrens informieren. Wie mit den zufällig ausgewählten Bürgerinnen und Bürgern, die bereits im September angeschrieben worden waren, umgegangen werden soll, ließ die Sprecherin unbeantwortet.

Damit bleibt vorerst offen, ob das Blankeneser Beteiligungsmodell mit seinen öffentlichen Foren, Workshops und dem Bürger:innenrat in der vorgeschlagenen Form umgesetzt wird – oder ob das Bezirksamt bei seiner eigenen Verfahrensstruktur bleibt. Klar ist: In Blankenese wird weiter intensiv um die beste Form der Bürgerbeteiligung gerungen.