Rissen (22. Oktober 2026, Konrad Matzen) · Es ist ein Heimspiel mit Sprengkraft. Wenn Olaf Scholz am 16. November 2026 im HAUS RISSEN aufs Podium tritt, kommt kein Gast von außen, sondern ein Mann, der den Hamburger Westen und seine politischen Debatten seit Jahrzehnten kennt.
Scholz war Altonaer Bundestagsabgeordneter und mehr als sieben Jahre lang Erster Bürgermeister der Hansestadt, bevor er als Bundeskanzler nach Berlin ging. Diese Verwurzelung dürfte dem Abend eine besondere Note geben: Olaf Scholz verdankt seinen Wählern in den Elbvororten eine großartige Karriere – die ihm zuletzt allerdings große Herausforderungen abverlangte:. Das Sondervermögen für die Bundeswehr, das deutlich gestiegene Verteidigungsbudget samt Ausnahme der Verteidigungsausgaben von der Schuldenbremse, die materielle Aufrüstung der Truppe, die umfangreichen Unterstützungsleistungen für die Ukraine – all das folgte auf jene viel beachtete Rede zur „Zeitenwende“, in der der damalige Kanzler vor mehr als vier Jahren auf den russischen Einmarsch in die Ukraine reagierte.
Im Dialog mit Dirk Schmittchen, Geschäfts- und Institutsleiter des Hauses und Bereichsleiter für Geo- und Sicherheitspolitische Bildung, dürfte es Scholz nicht bei der Rückschau belassen. Wie bewertet er heute die Wochen vor und unmittelbar nach dem Ausbruch des Krieges, seine Reise nach Moskau zu Wladimir Putin, die Diskussionen der Jahre 2022 und 2023 über deutsche Waffenlieferungen unter dem Eindruck russischer nuklearer Drohungen? Seine damalige Zurückhaltung hat er stets mit der Sorge begründet, Deutschland könne in den Krieg hineingezogen werden – ein Argument, das der Streit um den Taurus-Marschflugkörper bis zuletzt begleitet hat.
Mindestens ebenso spannend ist der Blick nach vorn. Der Rückhalt für die Ukraine in der deutschen Bevölkerung schwindet: Im Politbarometer vom Oktober 2026 wollen 33 Prozent der Befragten die Militärhilfe zurückfahren, in der Wählerschaft der AfD sind es 83 Prozent. Nur noch 41 Prozent der Deutschen befürworten einer Bertelsmann-Umfrage vom 13. Oktober 2026 zufolge einen schnellen EU-Beitritt der Ukraine – 2022 lag dieser Wert bei rund 60 Prozent. Zugleich machen AfD und BSW mit ihrer „Friedenspolitik“ Druck. Wie Scholz die Russlandpolitik der Gegenwart beurteilt, was er von dieser Rhetorik hält und wie er die Handlungsfähigkeit Berlins einschätzt, wird an diesem Abend zu hören sein. Die Teilnehmenden erwartet ein Dialog über die sicherheits- und gesellschaftspolitischen Herausforderungen unserer Zeit.
Beginn ist um 19 Uhr, Einlass ab 18:30 Uhr. Im Anschluss gibt es einen Empfang zur Vertiefung der Gespräche. Für die Teilnahme wird ein Beitrag von 40 € für Speisen und Getränke und zur Unterstützung der Jugendbildungsarbeit erhoben. Anmeldung per



















