Blankenese (28. September 2026, Markus Krohn· Der Geruch von Kinderschuhen liegt noch in der Luft, doch in den Regalen stehen längst Bilderbücher. Wo gestern noch Lederschuh und Sandale anprobiert wurden, zieht an diesem Donnerstag eine ganz eigene Welt ein: der „Kleine Wassermann“, der erste Laden in Blankenese, in dem sich alles nur um Bücher für Kinder dreht.

Am Donnerstag, dem 1. Oktober um 15 Uhr öffnet an der Elbchaussee 585 die Tür, eine Stunde später wird es musikalisch – dann kommt Rolf Zuckowski. Die Regale sind bereits aufgestellt, die Bücher wandern in diesen Tagen vom „großen Wassermann“ ein paar Häuser weiter in das neue Domizil. Den frei gewordenen Platz an der Elbchaussee 577 nutzt die Buchhandlung künftig für ein größeres Sortiment an antiquarischen Büchern sowie hochwertigen Schreibwaren und Geschenkartikeln.

Empfangen wird die jungen Gäste im Kinderbuchladen Lois Brendel. Die 38-Jährige lebt erst seit kurzem im Treppenviertel, hat in Marburg Literatur studiert, lange selbständig illustriert und in mehreren Buchhandlungen gearbeitet – Erfahrung, die sie nun in den neuen Laden einbringt. Sie freut sich auf viele kleine und große Besucher. Das Logo des Hauses stammt ebenfalls von ihr; es orientiert sich an Ottfried Preußlers „Kleinem Wassermann“ und am vertrauten Zeichen der Traditionsbuchhandlung Wassermann.

Dass Kinder in Blankenese einen eigenen Raum für Literatur bekommen, ist kein Zufall. Die beiden Inhaber der Buchhandlung Wassermann, Florian Wernicke und Pascal Mathéus, trugen die Idee schon länger mit sich herum, erprobten ihr Konzept im vergangenen Jahr im Markthaus und setzen es nun an der Elbchaussee fort. Ihre Begründung ist so schlicht wie überzeugend: Die Literatur für Erwachsene nehme man sehr ernst – dann dürfe man Kinder nicht weniger ernst nehmen. Genau dafür ist dieser Laden gedacht, in dem Kinder Menschen gegenübertreten, die es mit ihnen wirklich ernst meinen.

Brendel will die Freude an Geschichten wecken und für Bücher begeistern, das ganze Buchhändler-Team verfolgt ein größeres Ziel: Schüler, Lehrer und Eltern zusammenzubringen. Dafür gehen die Bücherleute auf Schulen und Kitas zu und knüpfen Kontakte. Dauerhaft soll es im „Kleinen Wassermann“ Angebote zur Leseförderung geben. Was Kinder dabei gewinnen, beschreibt Brendel so: Beim Lesen bewegen sie sich durch eigene phantasievolle Welten, und ihre Phantasie wird angeregt. Ihre zuletzt gelesenen Empfehlungen sind die Animax-Kinderbuchserie und ihr Geheimtipp „Die geheime Benedikt-Gesellschaft“.

Nach der Eröffnung folgt sogleich zum ersten Mal die „Herbstlese Junior“, das Kinder- und Jugendliteratur-Festival vom 8. bis 11. Oktober mit prominenten Gästen. Wernicke und Mathéus bleiben ohnehin nicht bei einem Laden stehen: Nach Blankeneser Vorbild soll auch in der Eppendorfer Erikastraße ebenfalls eine Buchhandlung entstehen – allerdings für Erwachsene.

Ein Ladengeschäft, in dem einmal Schuhe passten, passt jetzt Bücher. Nur die Größe der künftigen Leser ist noch offen.

 


Kleiner Wassermann
Elbchaussee 585
www.wassermann-buecher.de