Mike Schlink, Sprecher des Bezirksamts Altona, hält dagegen – und liefert auf Nachfrage die Details: „Auf dem etwa 220 Meter langen Abschnitt wird im Rahmen des Bündnisses für den Rad- und Fußverkehr ein getrennter Geh- und Radweg hergestellt“, sagt er. Im Bestand habe es einen etwa drei Meter breiten asphaltierten Weg gegeben, der formal dem Fußverkehr vorbehalten war, aber auch von Radfahrenden genutzt wurde. Eine Trennung der beiden Verkehrsarten gab es nicht, und die Oberfläche weist nach Angaben des Amtes bereits deutliche Schäden auf. Weil außerdem eine gezielte Entwässerung fehlte, staute sich Regenwasser immer wieder auf der befestigten Fläche. An den Übergängen zu den angrenzenden Straßen stehen zudem Umlaufsperren, die für Radfahrende kaum zu passieren sind.

Der neue Radweg entsteht in Asphalt und erhält eine Breite von drei Metern, der Gehweg wird in grauem Betonsteinpflaster mit 2,45 Metern Breite ausgeführt. Dort, wo Friedhofszugänge den Weg queren, wird die Trennung aufgehoben und der Belag als multifunktionale Pflasterfläche fortgeführt. Die Anschlussbereiche an Am Sorgfeld und Eichengrund bekommen Poller, die widerrechtliches Befahren mit Autos unterbinden, das Radfahren aber komfortabel ermöglichen sollen. Eine neu angelegte Mulde östlich des Weges übernimmt künftig die Entwässerung, die Beleuchtung wird auf den aktuellen technischen Stand gebracht, und ein paar Bänke sollen die Aufenthaltsqualität erhöhen. In der Straße Am Sorgfeld entsteht zusätzlich eine ungesicherte Querungsstelle mit taktilen Leitelementen, damit auch mobilitätseingeschränkte Menschen dort sicher über die Fahrbahn kommen.

Anlass für den Umbau ist das Bündnis für Radverkehr. 2016 geschlossen, verpflichtete sich die Stadt darauf, die Velorouten bis 2020 so auszubauen, dass Radfahrende auf diesen Strecken zügig und sicher unterwegs sind. Sechs Jahre später wurde daraus das Bündnis für den Rad- und Fußverkehr, das die Leitlinien fortschrieb und den Ausbau des Netzes deutlich beschleunigte. Aus den Velorouten sind inzwischen Radrouten geworden; die Route 1 führt als wichtige West-Ost-Verbindung von der Stadtgrenze in Rissen über Ottensen und St. Pauli bis in die Innenstadt. Der Abschnitt entlang des Friedhofs Blankenese firmiert in den Unterlagen als Teilbaumaßnahme A015.1.

Die Bauarbeiten haben bereits im September 2026 begonnen, die Verkehrsfreigabe ist nach Angaben des Bezirksamts vor Weihnachten geplant – sofern massive witterungsbedingte Verzögerungen ausbleiben. Für 2027 bleiben Restarbeiten und die Ansaat der Grünflächen, weil sich das zum Jahresende nicht mehr sinnvoll durchführen lässt.

Wie sich die neue Wegeführung bewährt, wird sich frühestens im ersten Quartal 2027 zeigen, wenn die Restarbeiten abgeschlossen sind und die ersten Frühjahrsmonate belastbare Zahlen liefern. Spannend dürfte dann vor allem eine Frage werden: wie viele Radfahrende und wie viele Friedhofsbesucher den Weg tatsächlich nutzen.