Auslöser der aktuellen Debatte ist eine Anfrage von Katarina Blume. Die Fraktionschefin der Liberalen im Bezirk wollte wissen, warum es trotz erheblicher Investitionen weiterhin zu Ein­schränkungen kommt. Immer­hin hatte das Amphibien­schutz­system mit Tunneln und Leitwänden rund 500.000 Euro gekostet und sollte genau solche Sperrungen vermeiden. „Das war immer die Begrün­dung für diese Investition“, erinnert sich Blume.

Nach Angaben des Bezirksamts funktioniert die Anlage technisch einwandfrei. Regelmä­ßi­ge Kontrollen – unter anderem durch den NABU – hätten keine Mängel ergeben. Auch die Tiere nehmen das System an: Allein im Jahr 2025 wurden mehr als 1.000 Erdkröten sowie weitere Amphibien wie Molche gezählt, die die Tunnel nutzten.

Das Problem liegt jedoch an anderer Stelle: Die Sperrung betrifft einen Abschnitt des Falkensteiner Ufers, der bislang nicht mit dem Schutzsystem ausgestattet ist. Somit bleibt die Maßnahme unvollständig. Wäh­rend ein Teil der Strecke technisch gesichert ist, müssen andere Bereiche weiterhin wäh­rend der Wanderzeit gesperrt werden. Das Bezirksamt gibt die Mehrkosten für eine Erwei­terung des Amphibien­schutz­sy­stems mit mindestens 400.000 Euro an.

Es mute merkwürdig an, wenn das ursprüngliche Ziel der Maß­nahme, die Sperrungen der Straße im Frühjahr zu vermeiden, nicht erreicht sei, kritisiert Blume und bezweifelt gleichzeitig, dass die Amphibien­schutz­tunnel unter der Straße wirklich frei von Unrat seien.
Die Situation vor Ort wirft einige Fragen auf. Da das Falken­steiner Ufer als Fahrradstraße deklariert ist, ist hier ohnehin kaum motorisierter Verkehr er­laubt. Lediglich die Anwohner dürfen die Straße passieren. Wurde die Investition also nur für den Anwohnerverkehr nö­tig? Blume jedenfalls hätte das Geld lieber in soziale Projekte im Bezirk gesteckt, die viel mehr Menschen zugute kommen.Auch der Bund der Steuerzahler hatte das Projekt kritisiert und in sein Schwarzbuch aufgenommen. Im Zentrum der Kri­tik steht die Frage, ob der hohe Mitteleinsatz im Verhältnis zum tatsächlichen Nutzen steht – insbesondere, wenn weiterhin Sperrungen notwendig sind.

Bezirkspolitiker im Hamburger Westen fordern zwei weitere Amphibienschutzanlagen: Im Klövensteen ist bereits die Er­neuerung der Tunnel am Klö­vensteenweg geplant und am östlichen Rand des Jenisch­parks soll an der Holztwiete eine zusätzliche Amphibien­schutzanlage entstehen. Die Umweltbehörde hat allerdings inzwischen signalisiert, dafür keine Mittel bereitstellen zu können. Auch diese Anlage soll mehrere hunderttausend Euro kosten. Solange hier keine bauliche Abhilfe geschaffen wird, kümmern sich Ehrenamtliche des NABU um die sichere Überquerung der Kröten.