In der Hamburgischen Bürgerschaft sind gestern Abend die Mittel für die Sanierung des Jollenhafens Mühlenberg freigegeben worden. Bis zu 220.000 Euro sollen aus dem Sanierungsfonds Hamburg 2030 bereitgestellt werden. Philine Sturzenbecher, Wahlkreisabgeordnete aus Blankenese, sprach anschließend von einer „guten Zusammenarbeit zwischen Verein, HSB, Bezirk und Bürgerschaft“. Der entsprechende Antrag stand am 6. Mai auf der Tagesordnung der Bürgerschaft.
Konkret geht es um die Sanierung der Schlengelanlage des Jollenhafens. Die technische Infrastruktur gilt als marode und nicht mehr verkehrssicher. Als Gründe werden unter anderem veränderte Strömungsverhältnisse, ein erhöhter Schwell durch größere und ufernah fahrende Schiffe sowie schwere Sturmfluten genannt. Die schwimmende Steganlage, an der Boote längsseits festmachen können. stammt in wesentlichen Teilen aus dem Jahr 1969; besonders die Pfahlgründung und die rund 130 Meter lange südliche Schlengelanlage im Westteil des Hafens müssen erneuert werden.
Der Jollenhafen liegt am Elbuferweg in Blankenese, unterhalb des Hirschparks und direkt gegenüber dem Mühlenberger Loch. Betrieben wird er von der Jollenhafen-Gemeinschaft Mühlenberg, einem Zusammenschluss von elf Segelsport-Vereinen. Der Hafen verfügt nach Angaben der Jollenhafen-Gemeinschaft über 245 Liegeplätze für Yachten, Jollen und offene Motorboote; außerdem gibt es Trockenliegeplätze, eine Slipanlage und einen Mastenkran.
Für den Wassersport im Hamburger Westen ist der Standort von besonderer Bedeutung. Sturzenbecher betonte, dass elf Vereine und Organisationen mit mehr als 4.500 Mitgliedern die Anlage nutzen. Besonders hervor hob sie die Nachwuchsarbeit: Mit rund 250 Kindern pro Woche sei die Jugendabteilung des Mühlenberger Segel-Clubs am Jollenhafen „die größte Segelausbildungsabteilung Deutschlands“.
Auch sportlich reicht die Bedeutung des Hafens weit über Blankenese hinaus. Der Standort ist mit bekannten Seglern und Olympia-Teilnehmern wie Philipp Buhl, Marla Bergmann und Hanna Wille verbunden. Sturzenbecher sagte, mit der Sanierung werde der Jollenhafen „als Standort für den Breiten- und Leistungssport“ gestärkt. Hier könne auch künftig „eine neue olympische Generation“ heranwachsen.
Die Gesamtkosten der Maßnahme werden mit 417.307 Euro beziffert. Der Trägerverein bringt 170.638 Euro aus Eigen- und Drittmitteln ein, darunter 75.000 Euro Eigenmittel und 95.638 Euro vom Hamburger Sportbund. Das Bezirksamt Altona unterstützt die Sanierung mit bis zu 50.000 Euro. Die verbleibenden Mittel sollen aus dem Sanierungsfonds Hamburg 2030 kommen.
Filiz Demirel, Wahlkreisabgeordnete für Altona-West der Grünen Fraktion, nannte den Jollenhafen „viel mehr als nur ein Liegeplatz für Boote“. Er sei ein beliebter Wassersportstandort und zugleich ein Ort, an dem viele Kinder das Segeln lernen. Mit der Förderung werde nicht nur der Wassersport an der Elbe gestärkt, sondern auch ein Ort „für Teilhabe, Zusammenhalt und Integration“.
Für den Mühlenberger Segel-Club ist der Hafen die Basis am Wasser. Das Clubhaus liegt unmittelbar an der Elbe am Jollenhafen; gegenüber befindet sich das Mühlenberger Loch, das als anspruchsvolles Regattarevier gilt. Dort trainieren Kinder und Jugendliche des Vereins.
Mit der nun geklärten Finanzierung können die Arbeiten vorbereitet werden. Für den Hamburger Westen bedeutet die Entscheidung mehr als eine technische Instandsetzung: Sie sichert einen traditionsreichen Zugang zum Segelsport, erhält Trainingsmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche und stärkt einen Ort, der seit Jahrzehnten eng mit der Elbe, dem Vereinsleben und dem Leistungssport verbunden ist.




















