Was im Jahr 2001 als ambitioniertes Quartiersentwicklungskonzept begann und 2013 mit der feierlichen Eröffnung in einem ehemaligen Schulkomplex gipfelte, steht vor enormen Herausforderungen: Das Bürgerhaus Bornheide, das rund 20 soziale Einrichtungen unter seinem Dach vereint, leidet unter einer speziellen Finanzierungsstruktur. Anders als vergleichbare Häuser wird es nicht primär aus dem städtischen Bürgerhaus-Titel finanziert, sondern als Bezirksprojekt geführt. Das bedeutet im Klartext: Der Löwenanteil des jährlichen Budgets muss über Mieteinnahmen der sozialen Träger selbst erwirtschaftet werden. Auch für Privatfeiern oder kostenlose Angebote bei Tagesvermietungen. Vielen Menschen erschwert dies jedoch eine Nutzung. „Hier wünschen wir uns Niedrigschwelligkeit und Kostenfreiheit,  so dass die Menschen aus dem Stadtteil ihr Bürgerhaus als Wohnzimmer des Osdorfer Borns selbstverständlicher nutzen können”, sagt Verena Thissen, Koordinatorin des Bürgerhauses.

Besonders problematisch ist die aktuelle Steigerung der Energiekosten von ursprünglich 20.000 Euro auf dramatische 80.000 Euro pro Jahr. Diese Kosten müsste die Betreiberin auf die Mieten umlegen. Das gelingt aber nur teilweise.

Für das Jahr 2026 zeichnet sich daher derzeit ein Defizit ab. Allein durch Tarifsteigerungen und gestiegene Betriebskosten fehlen mindestens 50.000 Euro. Berücksichtigt man jedoch die notwendige Umsetzung der aktuellen Evaluation von 2024 sowie die Erfüllung aller soziokulturellen Aufgaben, beläuft sich der Bedarf laut Experten und einem aktuellen Alternativantrag der Fraktionen Grüne und SPD auf bis zu 180.000 Euro. Besonders bitter stößt den Verantwortlichen auf, dass es für Kulturangebote wie Konzerte oder Lesungen kein festes Budget gibt. Ohne direkte ÖPNV-Anbindung ist der Stadtteil jedoch auf ein Kulturprogramm vor Ort angewiesen. Aktuell müssen solche Angebote mühsam über Fundraising oder Kleinanträge beim Verfügungsfonds der „Borner Runde“ zusammengestückelt werden – ein bürokratischer Kraftakt ohne Planungssicherheit.

 

Politik fordert Kurswechsel

Die Bezirksversammlung Altona soll nun Bewegung in die festgefahrene Situation bringen. In einem interfraktionellen Antrag werden die Finanzbehörde und das Bezirksamt aufgefordert, eine „mehrjährige Finanzierungsperspektive“ zu entwickeln. Ziel ist es, den laufenden Betrieb sowie notwendige Anpassungen an gestiegene Personal- und Sachkosten dauerhaft abzusichern. Zudem soll das Grundkonzept von 2012 endlich konsequent umgesetzt werden. Dazu gehört der Ausbau zu einer echten Begegnungsstätte für bürgerschaftliches Engagement, die Stärkung der Attraktivität für Jugendliche und die Schaffung konsumfreier Flächen im Außenbereich. Auch die kurzfristige Praxis, Stellenförderungen erst im Dezember für das Folgejahr zu verlängern, soll beendet werden, um das Arbeitsklima für die Sozialarbeiter vor Ort zu stabilisieren. Der größte Wunsch am Born bleibt eine Anhebung des Bürgerhaus-Titels und ein fester Ansprechpartner in der Verwaltung. Denn bisher gab es  zwischen Finanzbehörde, Bezirksamt und Betreiber keine klaren Zuständigkeiten.