Osdorf (14. Mai 2024, PM) · Die Volksinitiative "Hamburg für gute Integration" bekräftigt ihre Unterstützung für die geplante Flüchtlingsunterkunft am Botanischen Garten in Klein Flottbek. Ende 2015 gab es 35.000 Plätze für Geflüchtete in Hamburg. Bis 2024 sind dagegen mittlerweile ca. 50.000 Plätze für Geflüchtete in der FHH entstanden, die derzeit nahezu komplett belegt sind. Ein bedeutender Anteil der Unterkünfte (ca. 16.000 Plätze, also ca. ein Drittel aller Plätze!) hat dabei nur einen temporären bzw. prekären Charakter, wie z.B. angemietete Hotels, Gewerbehallen, Zelte etc. Ein Teil der Unterkünfte wird in naher Zukunft aus der Nutzung herausfallen. Dies verdeutlicht die schwierige Situation, in der sich die FHH befindet.

Die Errichtung einer Unterkunft am Botanischen Garten für 144 geflüchtete Menschen in einem sozial starken Quartier ist ein Schritt zur Realisierung der Kernforderung von „Hamburg für gute Integration" nach kleinen, dezentralen Wohnlösungen, die eine gerechte Verteilung der Flüchtlingsunterkünfte über die Stadt fördern und die Integration vor Ort ermöglichen.

Klaus Schomacker, Sprecher der Initiative, meint: "Die neue Unterkunft in Klein Flottbek ist ein Beispiel dafür, wie wir die Integration durch eine bessere Verteilung in den Stadtteilen vorantreiben können. Wir setzen uns dafür ein, dass solche Projekte auch in anderen Stadtteilen umgesetzt werden, um eine echte Durchmischung zu erreichen." Harald Lübkert, ein weiteres Mitglied der Initiative, ergänzt: "Die Unterbringung von vorrangig Familien in diesen neuen, gut ausgestatteten Einrichtungen ist ein entscheidender Fortschritt. Nur durch solche Maßnahmen kann eine langfristige und erfolgreiche Integration von Geflüchteten in unsere Gesellschaft gelingen."

Die Volksinitiative appelliert an alle Hamburgerinnen und Hamburger, die neuen Nachbarn willkommen zu heißen. Die Initiative begrüßt die transparente Informationspolitik der Sozialbehörde und betont die Bedeutung der bevorstehenden öffentlichen Veranstaltung am 6. Juni, bei der Bürgerinnen und Bürger ihre Fragen und Anliegen direkt vorbringen können.

 

Rückblick auf die Einigung der Volksinitiative mit der Stadt

Anlässlich der Flüchtlingswelle 2015 / 2016 wurden wichtige Punkte in den Bürgerverträgen vereinbart. Das Ziel war, Bedingungen für eine erfolgreiche Integration zu schaffen und kleinere Unterkünfte überall in der Stadt verteilt zu realisieren. Hierfür stand die Formel „3 x 300“: Schaffung neuer Standorte (bis zu 300), kleinere Einrichtungen (max. 300 Personen), Belegungsreduzierung der größeren Standorte (auf max. 300 Personen).

Die Unterkunft in Klein Flottbek entspricht der Einigung unserer Initiative mit der Hamburger Bürgerschaft im Sommer 2016. Solche Unterkünfte braucht es wesentlich mehr, denn leider hat eine Dezentralisierung als Grundlage für Integration bisher nicht stattgefunden. Nach wie vor ballen sich Flüchtlingsunterkünfte in 30 (von 104) Hamburger Stadtteilen (ca. 84% aller Unterkunftsplätze), während es in 43 Stadtteilen überhaupt keine Unterkunft gibt. Das hat sich seit 2016 fast nicht verändert.