Osdorf (27. November 2025, Markus Krohn. Wer in den vergangenen Monaten im Stadtteil Altkleider loswerden wollte, brauchte Geduld, starke Nerven – oder sehr gute Ortskenntnis. Denn Osdorf war, wie das Hamburger Abendblatt zuerst berichtete, über Nacht praktisch containerlos. Die roten Behälter am Rugenbarg verschwanden plötzlich von einem Supermarktparkplatz, ohne Hinweis, ohne Information – und offenbar auch ohne offiziellen Betreiber, wie sich später herausstellte.
Während Anwohner ratlos suchten, türmte sich an der Kurve zwischen Brandstücken und Bornheide zunehmend der Müll. Altkleider, aber auch Hausrat, Kartons und Sperrmüll wurden achtlos hingestellt – und das, obwohl die Container hier ursprünglich gerade wegen solcher „Beistellungen“ standen. Wer dafür verantwortlich ist, blieb unklar. Weder der Supermarkt, noch das private Textilunternehmen, noch ein städtischer Träger fühlten sich zuständig.
Pilotprojekt: Stadtreinigung bringt Container zurück – nur Osdorf blieb außen vor
Die Lage in Osdorf war besonders pikant, weil die Stadtreinigung Hamburg just in diesem Jahr damit begonnen hat, wieder Altkleidercontainer im Stadtgebiet aufzustellen. Ein zweijähriges Pilotprojekt soll prüfen, ob moderne, gesicherte Behälter eine praktikable Ergänzung zu Recyclinghöfen und Stilbruch-Läden darstellen.
„Die neuen Alttextilcontainer erproben wir im Rahmen eines zunächst zweijährigen Pilotprojekts“, erklärte Stadtreinigungssprecher Kay Goetze. Die neuen Behälter seien gegen den Einstieg gesichert, besitzten einen dichten Boden und sollen Müll und Feuchtigkeit besser abhalten. 26 Standorte gibt es bereits – jedoch fast keiner davon im Hamburger Westen. Der gesamte Bezirk Altona sollte laut Stadtreinigung zunächst nur einen einzigen Container erhalten, an der Plöner Straße. Osdorf, mit seinen vielen tausend Bewohnerinnen und Bewohnern, ging leer aus.
Engpässe beim DRK – Kleiderkammer am Limit
Die Leidtragenden dieser Lücke waren nicht nur die Anwohner, sondern auch die ehrenamtliche Kleiderkammer des Deutschen Roten Kreuzes im Osdorfer Born. „Wir hatten unter dem Abbau der Container stark zu leiden“, heißt es aus dem DRK-Zentrum. Die Kleiderkammer war plötzlich die einzige funktionierende Annahmestelle weit und breit – und schnell hoffnungslos überfüllt.
Dabei nimmt das DRK bewusst nur Kleidung an, die gut erhalten und sauber ist. „Wir empfehlen, nur Kleidungsstücke abzugeben, die man mit Würde noch tragen kann“, so DRK-Sprecher Rainer Barthel im Abendblatt. Rund 50 Prozent der Inhalte vieler Container bestünden aus Müll – ein Grund, warum private Betreiber reihenweise aufgegeben haben.
Gute Nachricht für den Stadtteil: Osdorf hat wieder einen Container
Doch nun die Wende: Die Stadtreinigung hat reagiert – und Osdorf hat seit dem 20. November wieder einen eigenen Altkleidercontainer. Der Standort: Achtern Born / Ecke Bornheide, direkt neben den Glascontainern, in Sichtweite des Born Centers.
Die Botschaft aus dem Stadtteil ist eindeutig: Bitte nutzt diesen Container – und zwar richtig.
Wichtig:
- Kleidung nur in Säcken einwerfen
- Nichts daneben stellen
- Stark verschmutzte Kleidung bitte weiterhin über den Restmüll entsorgen
Damit soll verhindert werden, dass der neue Container dasselbe Schicksal erleidet wie seine Vorgänger im Stadtteil.
DRK-Kleiderkammer bleibt zentrale Anlaufstelle – aber bitte mit Augenmaß
Parallel bleibt die Kleiderkammer im DRK-Zentrum Osdorfer Born ein unverzichtbarer Bestandteil der Versorgung im Stadtteil. Dort wird Kleidung direkt und kostenlos an Bedürftige abgegeben – „zu schade für die Tonne“, wie die Ehrenamtlichen betonen. Besonders benötigt werden Damen- und Herrenkleidung in kleinen und mittleren Größen, Turnschuhe/Sneaker, Kinderkleidung (alle Größen), Baby- und Inkontinenzwindeln sowie Taschen und Koffer.
Abgabezeiten:
Montag & Donnerstag, 9–13 Uhr
Bornheide 99, 22549 Hamburg


