Auf dem Gelände am Rand der Generalleutnant-Graf-von-Baudissin-Kaserne in Osdorf soll ein neues Wohnquartier entstehen – mit klarer städtebaulicher Handschrift und einem deutlichen Fokus auf bezahlbaren Wohnraum. Nach einem städtebaulich-freiraumplanerischen Wettbewerb haben das Bezirksamt Altona und die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) nun einen Siegerentwurf ausgewählt.
„Grüne Wohnhöfe für neue Nachbarschaften – das ist das Ergebnis des Wettbewerbs“, heißt es aus dem Bezirksamt. Der Entwurf der Hamburger Büros LRW Architektur und MERA Landschaftsarchitektur konnte sich in einem hochkarätig besetzten Verfahren durchsetzen. Die Jury, bestehend aus renommierten Architekten, Fachplanern sowie Vertretern der Stadt und Bezirksversammlung, votierte mehrheitlich für das Konzept.
Geplant sind rund 400 bezahlbare Mietwohnungen, die vorrangig Bundesbediensteten zur Verfügung stehen sollen. Ergänzt wird das Quartier durch eine Kindertagesstätte. Vier Bestandsgebäude bleiben erhalten und gruppieren sich um einen zentralen Hof. Hinzu kommen drei neue Hofnachbarschaften, die sich in ihrer baulichen Dichte am Bestand orientieren. Die Höfe selbst bilden das Herzstück des Quartiers – als grüne, gemeinschaftlich nutzbare Räume.
Ein zentrales Element der Planung ist die Verbindung von Städtebau und Klimaanpassung. So wird das Regenwasser dezentral innerhalb der Höfe bewirtschaftet. Versickerungsmulden und begrünte Dachflächen sollen dazu beitragen, das Mikroklima zu verbessern und das Quartier klimaresilient zu gestalten.
Auch verkehrlich setzt der Entwurf auf nachhaltige Lösungen. Eine zentrale Nord-Süd-Achse verbindet die Straßen Rugenbarg und Blomkamp und schafft eine durchgehende, begrünte Wegeführung für Fußgänger und Radfahrer. Gleichzeitig entstehen zwei Tiefgaragen an den Rändern des Quartiers, die den ruhenden Verkehr aufnehmen.
Altonas Bezirksamtsleiter Dr. Sebastian Kloth bewertet das Projekt als wichtigen Schritt: „Mit dem erfolgreichen Abschluss des Wettbewerbs für das neue Wohnquartier auf der ehemaligen Kasernenfläche setzen wir einen wichtigen Meilenstein, um dringend benötigten bezahlbaren Wohnraum in einem grünen, klimaresilienten Quartier zu schaffen.“ Besonders hebt er hervor, „dass ein in seiner Maßstäblichkeit sehr gut in die Umgebung passender Entwurf gewählt wurde“.
Auch die BImA sieht im Projekt ein Modell für zukünftiges Bauen. Birgit Franke, Hauptstellenleiterin Portfoliomanagement, erklärt: „Das Projekt ist ein wichtiger Beitrag, wie bezahlbares Bauen und Wohnen möglich gemacht werden kann. Die Gebäude sind als einfache, kompakte und zugleich flexible Baukörper konzipiert. Durch eine effiziente Erschließung wird eine wirtschaftliche Gebäudestruktur ermöglicht.“
Das Quartier ist Teil der Wohnraumoffensive der BImA. Ziel ist es, bundeseigene Flächen gezielt zu aktivieren, um dringend benötigten Wohnraum zu schaffen. Die Wohnungen sollen zu preisgedämpften Mieten zunächst an Bundesbedienstete vergeben werden. Sollte dort kein Bedarf bestehen, werden sie zu gleichen Konditionen auf dem freien Markt angeboten.
Der weitere Fahrplan ist bereits abgesteckt: Die Planungen sollen nun konkretisiert und die nächsten Schritte zur Umsetzung vorbereitet werden. Parallel dazu wird der Entwurf der Öffentlichkeit vorgestellt – unter anderem im Bürgerhaus Bornheide sowie im Stadtentwicklungsausschuss der Bezirksversammlung Altona.
Damit wird aus einer bislang teilweise militärisch genutzten Fläche schrittweise ein neues Stück Stadt – mit dem Anspruch, Wohnen, Umwelt und Nachbarschaft in Einklang zu bringen.
Die Wettbewerbsergebnisse werden vom 27. April bis 7. Mai im Bürgerhaus Bornheide (Bornheide 76) ausgestellt. Die Ausstellung ist montags bis donnerstags von 12 bis 17 Uhr geöffnet. Am Dienstag, den 5. Mai 2026, stehen von 17 bis 19 Uhr Vertreterinnen und Vertreter der BImA und der Stadt Hamburg für Fragen zur Verfügung.
Das Wettbewerbsergebnis wird zudem am 6. Mai im Stadtentwicklungsausschuss der Bezirksversammlung Altona öffentlich vorgestellt.





















