Im Rahmen der Hafenwesterweiterung plant die Hamburger Wirtschaftsbehörde gemeinsam mit dem Containerterminalbetreiber Eurogate und der Hamburg Port Authority, den Wald komplett abzuholzen. Um dies zu verhindern, führt der Verein „Elbwald retten“ jetzt eine Volkspetition durch. Ziel ist es, 10.000 Unterschriften zu sammeln, um so die Hamburgische Bürgerschaft und den Senat zu verpflichten, diese Pläne zu überdenken. Da die derzeitige Auslastung der Liegeplätze für Containerschiffe nur bei 60 Prozent liegt, sehen die Kritiker keinerlei Bedarf an einer Erweiterung. Sinnvoller wäre es, dringend nötige Infrastrukturmaßnahmen wie den zügigen Ausbau der Hafenbahn, die Erneuerung der Köhlbrandquerung und die Digitalisierung der logistischen Abläufe in Angriff zu nehmen, meinen Vertreter der Initiative.
Um die ökologische Bedeutung des Elbwaldes zu dokumentieren, hat der Verein eine Umweltanalyse in Auftrag gegeben. Die Ergebnisse sind beeindruckend. Gutachter Markus Mössel fasst sie wie folgt zusammen: „Die Bäume dort sind besonders wichtig für die Luftqualität. Das jährlich im Elbwald gespeicherte Kohlendioxid entspricht dem CO2-Ausstoß eines Pkw nach einer Fahrt von 11 Millionen Kilometern. Meine Berechnungen haben zudem ergeben, dass sie durch die Bindung von CO₂ täglich über eine Million Liter Sauerstoff produzieren. Außerdem filtern sie jährlich etwa 21 Kilogramm schädlichen Feinstaub aus der Luft.“
Hinzu kommt, dass im Elbwald mehrere stark gefährdete Tierarten ihre Heimat haben, u.a. der Mäusebussard und verschiedene Fledermausarten. „Die Ergebnisse der 18 Jahre alten Kartierung, die die Hamburg Port Authority seinerzeit im Rahmen des Planfeststellungsbeschlusses zur Hafen-Westerweiterung in Auftrag gegeben hat, sind fragwürdig, unvollständig und überholt“, betont Mössel. Denn zum einen habe sich das Biotop mittlerweile weiterentwickelt. Zum anderen sei konkreten Hinweisen nicht nachgegangen worden, dass sich im Elbwald auch Exemplare der extrem gefährdeten Schwarzpappel befinden, von der es in Deutschland nur noch 3000 Exemplare gibt. Um dieses Versäumnis zu korrigieren, haben die Elbwald-Schützer jetzt einen Gentest in Auftrag gegeben, der diesen Nachweis erbringen soll.
Vereinssprecher Franz Hermann zeigt sich angesichts dieser Fakten optimistisch: „Die von uns erhoben Daten belegen, dass die geplante Rodung eine völlig unsinnige Verschwendung von Steuergeldern und eine Katastrophe für unsere Gesundheit, die Tier- und Pflanzenwelt sowie die Luftqualität ist.“


