Rissen (16. Juli 2026, Konrad Matzen) · Erst sah alles nach einem Tötungsdelikt aus, doch nun nimmt der Fall um die schreckliche Entdeckung am Golfplatz in Rissen eine noch dramatischere Wendung. Passanten fanden im Juni einen toten 27-Jährigen in einem Waldstück am Falkenstein. Jetzt ist klar: Die Leiche wurde dorthin transportiert, um einen tödlichen Vorfall zu vertuschen. Die Ermittler stehen vor einem Rätsel und bitten die Bevölkerung um dringende Mithilfe.
Es war ein grausiger Fund, der Spaziergänger Mitte Juni im Waldpark Marienhöhe beim Golfplatz erschütterte. Was zunächst nach den Ermittlungen der Mordkommission unter der Annahme eines schweren Verbrechens an dem 27-jährigen Ägypter Ahmed D. startete, hat sich inzwischen als Fall von massiver Vertuschung herausgestellt.
Den Erkenntnissen der Kriminalpolizei zufolge ereignete sich das ursprüngliche Drama in Wilhelmsburg. Auf einer Baustelle in der Fährstraße zog sich der junge Mann bei Abrissarbeiten an einem Mehrfamilienhaus schwerste Verletzungen zu, denen er schließlich erlag. Was unmittelbar danach geschah, lässt die Ermittler fassungslos zurück: Statt Hilfe zu holen oder die Behörden zu informieren, schafften Unbekannte die Leiche des bereits verstorbenen Mannes quer durch die Stadt nach Rissen. In einem Waldstück nahe des Golfplatzes wurde der Körper schließlich abgelegt, wo Passanten ihn später leblos auffanden. Die Ersthelfer und auch die eintreffenden Rettungskräfte versuchten noch, den Mann zu reanimieren, konnten aber nur noch seinen Tod feststellen. Zeugen des schrecklichen Fundes mussten vom Kriseninterventionsteam des Roten Kreuzes betreut werden.
Die zunächst wegen Mords ermittelnden Beamten stießen schnell auf massive Verletzungen, die durch Fremdeinwirkung entstanden waren. Nach dem Durchbruch in dem Fall ermittelt nun die Fachdienststelle für Arbeitsunfälle im Landeskriminalamt (LKA 45) zusammen mit der Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung.
Um Licht ins Dunkel dieses dramatischen Arbeitsunfalls und der anschließenden, makabren Entsorgung der Leiche zu bringen, ist die Polizei dringend auf Hinweise aus der Bevölkerung angewiesen. Ein Zeugenaufruf wurde bereits an der betroffenen Baustelle in Wilhelmsburg ausgehängt. Zudem haben die Behörden zur Identifikation und Klärung der Umstände ein Foto des Verstorbenen veröffentlicht.
Wer Hinweise zu den Geschehnissen auf der Baustelle in der Fährstraße, zum Transport der Leiche nach Rissen, zu beteiligten Personen oder Fahrzeugen geben kann, wird gebeten, sich beim Hinweistelefon der Polizei Hamburg unter 040/4286-56789 oder bei jeder Polizeidienststelle zu melden. Auch wer Ahmed D. kannte, Angaben zu seinem Arbeitsplatz oder Bekanntenkreis machen kann, soll sich umgehend mit den Ermittlern in Verbindung setzen.





















