Der Initiator von „LASS RISSEN LEUCHTEN!“, Hubertus Heintze, wollte in diesem Jahr etwas auf die Beine stellen, was es in Hamburg so noch nie gegeben hat. Gemeinsam mit der Agentur YOOlabs GmbH von Annabel Hartwich wurde eine Leuchtturm-Lichtshow für den Rissener Ortskern entwickelt, die an zwei Adventswochenenden im Dezember die Dorfmitte hätte erstrahlen lassen sollen. Eine Visualisierung des Konzepts liegt vor, die Planungen waren weit gediehen. Was fehlte, war das Geld: Die Finanzierung über Sponsoren kam nicht zustande. Statt im kommenden Winter bleibt der Ortskern nun eher im Dunkeln, die Initiative plant die Lichtshow nun für Dezember 2027.

Ein Rückschlag, aber kein Ende. „LASS RISSEN LEUCHTEN!“ ist längst mehr als ein einzelnes Projekt. Entstanden ist die Aktion aus dem Wunsch, dem Stadtteil an der Elbe in der dunklen Jahreszeit ein eigenes Gesicht zu geben. Vor drei Jahren stellte Hubertus Heintze zusammen mit dem Designer Heinz Polster den Rissener Leuchtturm vor, ein Leuchtobjekt im Aussehen des Wittenbergener Leuchtturms, das seither in Geschäften, Praxen und privaten Häusern steht und an vielen Fenstern die Verbundenheit mit dem Stadtteil zeigt. Die Albert und Edda Darboven Stiftung unterstützte die Entwicklung, mittlerweile leuchtet der kleine Turm weit über die Stadtteilgrenzen hinaus. Wer selbst einen haben möchte: Heinz Polster verkauft die Leuchttürme nach Angaben der Initiative das ganze Jahr über, auch in diesem Jahr – in der Family-Version, in der gedimmten Professional-Version und in einer ungedimmten Ausführung für Schaufenster.

Dazu kamen in den vergangenen zwei Jahren die Leuchtturmausstellungen in der Haspa-Filiale an der Wedeler Landstraße, die unter der Schirmherrschaft von Albert Darboven standen und großen Zulauf fanden. Sie machten aus der Aktion eine Institution im Rissener Kalender: Anfang November wurde jeweils der Auftakt gefeiert, dann begannen die Leuchttürme in den Schaufenstern zu strahlen. Im vergangenen Jahr zeigte die Hamburger Malerin Angelika Kahl dort ihre Leuchtturmbilder, das Licht des Leuchtturms Wittenbergen zog als gemaltes Motiv in die Dorfmitte ein.

Für das bislang größte Vorhaben holte Heintze sich Verstärkung ins Boot. Annabel Hartwich von Riegen führt seit 2007 die YOOlabs GmbH mit Sitz im Eppendorfer Weg in Hamburg, eine Agentur für Gestaltung, Architektur und Projektmanagement, die seit Jahren auch im Bereich Projection Mapping und Live Visuals unterwegs ist. Mit ihrem Team entwickelt sie bewegte Bilderwelten für Fassaden, Objekte und Räume, von feinen Akzenten bis zur vollständigen Verwandlung eines Ortes. Genau diese Kompetenz steckt in dem Konzept, das den Rissener Ortskern in eine leuchtende Bühne verwandeln sollte.

Heintze ist überzeugt, dass Rissen mit einer solchen Lichtshow in ganz Hamburg noch bekannter würde und viele Menschen aus anderen Stadtteilen anziehen könnte. Der Weg dorthin führt nach dem Aus für die Finanzierung in diesem Jahr nun über zwei weitere Adventswochenenden im Dezember 2027. Bis dahin bleibt den Rissenern das, was sie schon kennen: ihre kleinen Türme, die demnächst wieder in ihren Fenstern leuchten.