Nick Jansen führt die beiden Häuser an sehr unterschiedlichen Orten: das Blankeneser Kino mit seinen zwei Sälen an der Blankeneser Bahnhofstraße; das ELBE Kino an der Osdorfer Landstraße, das seit den 1970er-Jahren als eines der wenigen erhaltenen Vorstadtkinos der Stadt gilt. Beide erhielten jeweils 5.000 Euro aus dem Preistopf. Beim MOIN Kinobonus, der zusätzlich ausgeschüttet wird und sich nach der Zahl der geförderten Filme im Programm, den Besucherzahlen sowie Anzahl und Größe der Säle richtet, fiel die Bilanz sogar noch deutlicher aus: Das ELBE Kino bekam die Maximalsumme von 10.000 Euro, das Blankeneser Kino noch weitere 7.000 Euro.
Die Preisträger des MOIN Kinobonus. Ganz links Elbvororte-Kino-Chef Nick Jansen. Foto: MOIN Filmförderung / Catrin-Anja Eichinger
Kulturstaatsrätin Jana Schiedek, die die Auszeichnungen am Montagabend überreichte, beschrieb die Kinos als mehr als bloße Spielstätten: Sie seien soziale Treffpunkte, Kulturräume und Orte gemeinsamen Erlebens. Kino öffne Perspektiven, bringe Menschen zusammen und mache Mut. Die lebendige, vielfältige Kinolandschaft der Stadt verdiene besondere Sichtbarkeit – und dass viele Häuser zuletzt wieder mehr Publikum erreicht hätten, zeige, wie stark überzeugende Programme und innovative Formate wirkten.
Auf diese Wirkung verweist auch Helge Albers, Geschäftsführer der MOIN Filmförderung, die den Bonus seit 2025 mit weiteren 100.000 Euro beisteuert. Wer in Hamburg einen tollen Kinoabend verbringen wolle, habe die Qual der Wahl, so Albers. Die Zuschauerzahlen bewegten sich erstmals seit langem wieder auf Vor-Corona-Niveau, was die Branche aufatmen lasse. Die Menschen suchten das kollektive Kinoerlebnis, und die Häuser gäben ihnen mit durchdachter Programmauswahl und einem dichten Kalender an Sonderevents allen Grund dazu.
Entschieden hat über die Vergabe eine Jury aus der Abendblatt-Redakteurin Anika Würz, dem Verleih-Geschäftsführer Björn Hoffmann und dem Lüneburger Kinobetreiber David Sprinz. Die höchsten Preisgelder gingen diesmal an die Zeise Kinos mit 12.000 Euro sowie an ABATON Kino und 3001 Kino, während Filme auch abseits der Leinwand gewürdigt wurden: Sonderpreise für besondere Formate erhielten A Wall is a Screen, die Rineuto Lichtspiele und das SchanzenKino Open Air.
Für Jansen, dessen Kinos im Schatten der Elbvororte und in Osdorf ein Publikum weit über den Stadtteil hinaus binden, dürfte die Auszeichnung vor allem eines bestätigen: dass ein Programm mit Haltung auch in Zeiten der Streamingdienste seine Zuschauer findet. Zweimal 5.000 Euro Preisgeld, 7.000 und 10.000 Euro Bonus – das ist die Summe eines Abends, an dem die Stadt ihren Lichtspielhäusern den Rücken stärkt.




















