Nienstedten/Bezirk Altona, (12. März 2026, Markus Krohn) – Wegen der abgesägten Geweihe bei drei Damhirschen aus dem Hirschpark läuft ein Ordnungswidrigkeitenverfahren. Wie gestern im Ausschuss für Grün, Naturschutz und Sport mitgeteilt wurde und bereits vorab der Presse zu entnehmen war, wurde das Verfahren zur Wahrung größtmöglicher Neutralität an ein anderes Bezirksamt abgegeben.

Die Tiere waren erst vor zwei Wochen aus dem Hirschpark in das Wildgehege Klövensteen umgesiedelt worden. Vor dem Transport wurden ihnen die Geweihe entfernt – ein Eingriff, der bei vielen Bürgerinnen und Bürgern erhebliche Fragen ausgelöst hat. Dabei begründete das Bezirksamt Altona diesen Schritt mit Sicherheitsvorschriften, „um Verletzungen während des Transports durch das Geweih zu vermeiden.“ In der Anzeige heißt es, der Paragraf 6 des Tierschutzgesetzes verbiete „das vollständige oder teilweise Amputieren von Körperteilen“ des Wirbeltieres.

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11 Katarina Blume FDP Altona
Katarina Blume,
Vorsitzende der FDP-Fraktion in der Bezirksversammlung Altona, bezweifelt den Sinn dieser Maßnahme: Die Umsiedlung der Hirsche wurde ursprünglich mit Tierschutzargumenten begründet. Wenn nun ausgerechnet im Zuge dieser Maßnahme ein Ordnungswidrigkeitenverfahren wegen eines möglichen Verstoßes gegen das Tierschutzrecht läuft, ist das für viele Bürgerinnen und Bürger eine schlicht absurde Situation.“ 

Auch der Ablauf der Aktion vor Ort sorgt weiterhin für Kritik: Während der Umsiedlung waren mehrere Streifenwagen der Polizei im Einsatz. Nach Angaben von Augenzeugen sollten vier ältere Mitglieder des Vereins der Freunde des Hirschparks, die den Vorgang beobachten wollten, durch Polizeibeamte auf Abstand gehalten werden. „Das Gesamtbild dieses Vorgehens wirkt schlecht vorbereitet und unzureichend erklärt. Gerade zu Beginn einer neuen Amtszeit im Bezirksamt erwarten viele Bürgerinnen und Bürger mehr Transparenz, Augenmaß und einen glaubwürdigen Umgang mit Fragen des Tierschutzes“, kritisiert Blume.


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